Sachsen-Anhalt

Starke Kritik nach Flucht von Schwerverbrecher

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Fahndungsbild des flüchtigen Gewaltverbrechers Silvio T.

Aschersleben - Von einem Schwerverbrecher, der am Dienstag beim Besuch seines Sohnes in Aschersleben (Sachsen-Anhalt) geflüchtet ist, fehlt noch jede Spur. Es gebe zwar eine Handvoll Hinweise, allerdings keine Augenzeugen, die den 36-Jährigen erkannt hätten, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag in Magdeburg.

Derzeit seien 20 Beamte in Zivil und in Uniform im Einsatz. Es würden Hinweise auf frühere Kontaktpersonen und mögliche Verstecke untersucht. Auch bundesweit läuft die Fahndung.

Der 36-Jährige aus dem Hochsicherheitsgefängnis Burg war am Dienstag geflohen, als er bewacht von zwei Beamten seinen Sohn in Aschersleben besuchen durfte. Der Mann trickste dabei die Beamten aus, sperrte sie in der Wohnung ein und flüchtete.

Beim Bund der Strafvollzugsbediensteten (BSBD) stieß der Freigang auf Kritik. „Wenn man zu früh mit der Lockerung beginnt, dann liegen die Probleme auf dem Tisch“, sagte der Bundesvorsitzende Anton Bachl der Nachrichtenagentur dpa in Straubing.

Der geflüchtete Straftäter habe wegen der noch lange andauernden Haft einen zu großen Anreiz zur Flucht gehabt. „Dafür ist die Strafe, die er abzusitzen hat, einfach zu groß“, sagte Bachl.

Der Mann war wegen mehrerer Straftaten, darunter Raub und Vergewaltigung, zu einer Haftstrafe bis 2024 verurteilt worden. Danach war Sicherungsverwahrung angeordnet. Der Besuch des sechsjährigen Sohnes war als Teil der Therapie genehmigt worden.

dpa

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