Hinweise auf Familiendrama

Steuerberater stirbt nach Schüssen in Kanzlei

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Im Einsatz waren auch Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK).

Berlin - Mitten am Tag fallen Schüsse, ein Steuerberater wird in seiner Kanzlei niedergestreckt und stirbt wenig später. Was sich am Nachmittag in Berlin abspielte, war möglichweise ein Familiendrama: Die Polizei nahm die beiden Söhne des Getöteten wenig später fest. Sie sind nun aber wieder auf freiem Fuß.

Nach dem gewaltsamen Tod eines Berliner Steuerberaters sind die beiden Söhne im Alter von 16 und 18 Jahren wieder auf freiem Fuß. Sie seien derzeit nicht dringend tatverdächtig, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Dienstag. Dafür reiche die Beweislage bisher nicht aus. Beide waren am Montag im Nachbarhaus festgenommen worden. Gegen sie werde aber weiter wegen Totschlags ermittelt, sagte der Sprecher.

Brutaler Mord

Tödliche Schüsse in einer Berliner Kanzlei: Ein Steuerberater ist in seinem Büro niedergeschossen worden und an seinen schweren Verletzungen gestorben.

Der Schütze feuerte am Montag gegen 14.30 Uhr in der Kanzlei auf den Steuerberater in Gegenwart von drei Angestellten. Die Mitarbeiter des Opfers blieben laut dem Polizeisprecher unverletzt – stünden aber „unter dem Eindruck des Geschehens“. Die Söhne seien im Nachbarhaus festgenommen worden. Dort soll auch die Wohnung der Familie sein. „Die Festgenommenen werden jetzt von einer Mordkommission vernommen“, sagte der Polizeisprecher. Mit welcher Waffe auf den Steuerberater geschossen wurde, war den Angaben zufolge unklar. Das 49 Jahre alte Opfer wurde in Berlin geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften arbeitete der Mann als Steuerberater und Notar, wie es auf der Internetseite seiner Kanzlei heißt. Seit einiger Zeit ist er demnach auch Mitglied im Vorstand der Steuerberaterkammer Berlin.

Die Bluttat ereignete sich in einer gutbürgerlichen Gegend im Berliner Westend. In der kleinen Straße stehen Altbauten und hohe Bäume. Auch die Kanzlei ist in einem Altbau mit mehreren Etagen untergebracht. Polizisten sperrten den Gehweg vor dem Tatort und die Straße ab. Beamte sicherten Spuren. Immer wieder kamen am Nachmittag und Abend Passanten an dem Ort der Gewalttat vorbei – darunter auch Anwohner. Eine Frau sagte, dass es eine ganz normale Familie gewesen sei.

dpa/frs

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