Nach Einsatzfahrt angezeigt

Strafbefehl gegen Notarzt zurückgezogen

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- Massive öffentliche Kritik und eine Online-Petition mit mehr als 200.000 Unterstützern: Die Staatsanwalt Ingolstadt hat den Strafbefehl gegen einen Notarzt zurückgezogen, der nach einer Einsatzfahrt mit Blaulicht und Martinshorn wegen Verkehrsgefährdung angezeigt worden war.

Der Notarzt war im vergangenen April von der Rettungsleitstelle Ingolstadt ins gut zehn Kilometer entfernte Karlshuld geschickt worden. Ein zweijähriges Mädchen hatte Schnellkleber verschluckt und drohte zu ersticken. Auf der Fahrt mit Blaulicht und Martinshorn hatte der Mediziner mehrere Autos überholt. Einer der Autofahrer zeigte ihn an, der Arzt bekam einen Strafbefehl über 4500 Euro wegen Verkehrsgefährdung. Außerdem droht ihm ein Führerscheinentzug für sechs Monate.

Doch dann folgte ein Aufschrei: Eine Online-Petition fand innerhalb kürzester Zeit mehr als 200.000 Unterstützer. Viele Medien berichteten über den Fall. Nach einem Bericht der „Augsburger Allgemeinen“ hat die Staatsanwaltschaft Ingolstadt ihren Strafbefehl überraschend zurückgezogen. Der Anwalt des Mannes, Florian Englert, bestätigte dies.

sbü/dpa

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