Sommerhitze

Straßen drohen zu schmelzen und zu platzen

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Foto: Gefahr auf Niedersachsens Straßen: Bei der Sommerhitze kann der Asphalt schmelzen oder platzen.

Bremen - Die extreme Hitze droht die Straßen aufzuweichen. Experten warnen vor der Bildung bedrohlicher Spurrillen. Noch gefährlicher sind sogenannte Blow-Ups: Auf den Straßen kann der Asphalt aufplatzen.

Die derzeitige Hitze kann für den Verkehr in Niedersachsen und Bremen gefährlich werden. Die hohen Temperaturen können die Straßen aufweichen oder gar platzen lassen. „Der Asphalt hochbelasteter Straßen weicht bei ungefähr 70 Grad auf“, warnte Straßenexperte Peter Renken vom Braunschweiger Institut für Straßenwesen am Dienstag. Bei praller Sonne könne das auch schon bei 60 Grad passieren. Die Gefahr drohe besonders im heißen Südosten Niedersachsens.

Schwere Laster verformten den weichen Untergrund und bildeten gefährliche Spurrillen im Asphalt. „Wenn es dann regnet, droht Aquaplaning“, sagte Renken. Nach Angaben des Automobilclubs ADAC besteht bereits ab 45 Grad auf dem Asphalt Rutschgefahr. Auf Betonstraßen können sich die Fahrbahnen zudem durch die extreme Hitze aufwölben und platzen. In sogenannten Blow-Ups drücken die sich ausdehnenden Betonplatten aufeinander und sprengen in den Fugen auf. „Für Motorradfahrer ist das ziemlich gefährlich“, sagte Renken. In Niedersachsen sei das Potenzial dafür reichlich vorhanden. „Wir haben eine ganze Menge Beton, zum Beispiel auf der A7.“

Die Straßenmeistereien müssten deshalb bei diesen Temperaturen noch regelmäßiger kontrollieren, forderte Wolfgang Müller vom ADAC in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. „Und Kraftfahrer müssen die Abstände vergrößern und die Geschwindigkeit reduzieren“, sagte der Verkehrsexperte. „Unsere Straßenmeistereien sind ständig draußen und haben ein Auge drauf“, versicherte hingegen Jens-Thilo Schulze von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Bisher sei die Hitze aber kein Problem für die niedersächsischen Straßen. Man müsse die weitere Entwicklung verfolgen und falls nötig aufgeweichte Straßen sperren.

dpa

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