Arbeitsniederlegungen im Nahverkehr

Streikwelle erreicht Braunschweig

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Foto: Mitarbeiter des öffentlichen Dienstesvor dem Betriebsgelände der Braunschweiger Verkehrs-AG in Braunschweig. Verdi und die Kommunalgewerkschaft komba fordern eine pauschale Anhebung der Gehälter um 100 Euro sowie einen weiteren Lohnzuwachs von 3,5 Prozent.

Braunschweig - Was Hannover am Mittwoch noch bevor steht, haben Braunschweig, Lüneburg und andere niedersächsische Städte schon am Montag erfahren: Ab 4.30 Uhr ruhte dort der Nahverkehr. Zudem blieben Kitas und Ämter geschlossen.

Busse und Bahnen stehen still, Kitas bleiben geschlossen: In Braunschweig, Lüneburg und mehreren anderen niedersächsischen Städten haben am Montag Warnstreiks das öffentliche Leben behindert. An den Aktionen beteiligten sich unter anderem Erzieherinnen, Busfahrer und Verwaltungsangestellte. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi legten landesweit rund 2400 Mitarbeiter die Arbeit nieder. Am Dienstag und Mittwoch sollen die Aktionen in anderen niedersächsischen Städten fortgesetzt werden, bevor die Tarifgespräche am Donnerstag fortgesetzt werden. Für die Beschäftigten der Kommunen und des Bundes wird dann in Potsdam über Einkommenserhöhungen verhandelt.

Schwerpunkt der Warnstreiks war am Montag Braunschweig, dort quittierten Mitarbeiter der Verwaltung, des Klinikums und der Kitas den Dienst. Zehn Kindergärten blieben geschlossen. Auch Busse und Stadtbahnen standen dort still, lediglich für die Grundschüler gab es einen normalen Schülertransport. Verdi-Landeschef Detlef Ahting sagte bei einer Kundgebung in Braunschweig: „Die Arbeitgeber dürfen nicht auf Zeit spielen und sich stur stellen. Die Forderungen der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes sind absolut berechtigt.“

In Verden beteiligten sich nach Schätzungen von Verdi rund 500 Menschen an einer Demonstration. Beschäftigte kommunaler Einrichtungen der Landeskreise Rotenburg, Verden und des Umlands zogen durch die Stadt. Auch Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamts und der Sparkasse legten die Arbeit nieder.

In Lüneburg zogen nach Angaben der Polizei etwa 650 Demonstranten zum Rathaus. In der Hansestadt blieben viele Kindertagesstätten geschlossen oder boten nur einen Notdienst an. Auch andere Einrichtungen wie das Bürgeramt arbeiteten nur mit Einschränkungen.

Am Dienstag werden die Aktionen fortgesetzt, dann sind unter anderem Warnstreiks in Salzgitter, Göttingen, Bremen und Stade geplant. Am Mittwoch wird die Landeshauptstadt Hannover Schwerpunkt der Arbeitsniederlegungen sein: Dort werden ganztägig weder Busse noch U-Bahnen fahren, der öffentliche Nahverkehr ruht. Außerdem wird es in Kitas, Kliniken der Region Hannover und in kommunalen Verwaltungen zu Einschränkungen kommen.

Verdi und die Kommunalgewerkschaft komba fordern bei den Tarifverhandlungen eine pauschale Anhebung der Gehälter um 100 Euro sowie einen weiteren Lohnzuwachs von 3,5 Prozent für die bundesweit 2,1 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen. Auszubildende sollen übernommen werden. Die Arbeitgeber haben bisher kein Angebot vorgelegt.

dpa

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