Nach Pöbeleien in der Innenstadt

SEK stürmt Wohnung in Hildesheim

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Um kurz vor 20 Uhr öffneten SEK-Beamte gewaltsam die Wohnungstür und trafen auf einen betrunkenen Mann, der schlafend im Wohnzimmer lag.

Hildesheim - Gestern rückte rückte das SEK in der Hildesheimer Innenstadt an. Ein alkoholisierter 45-Jähriger hatte Passanten angepöbelt, Polizisten bedroht und schließlich davon gesprochen, sich selbst etwas anzutun.

Dann verschanzte er sich stundenlang bewaffnet mit zwei Messern in seiner Wohnung. Weil er nicht mit sich verhandeln ließ, brachen Spezialeinsatzkräfte gegen 20 Uhr seine Wohnung auf und überwältigten ihn.

Der Großeinsatz beginnt Stunden vorher eher unspektakulär. Es ist etwa 16.15 Uhr, als Beamte der Innenstadtwache zu dem Haus in der Almsstraße gerufen werden. Ein Mann im zweiten Stock verhält sich wie ein Rüpel, brüllt Beleidigungen aus dem geöffneten Fenster. Als die Ordnungshüter bei ihm auftauchen, eskaliert die Lage aber. Er beschimpft die Polizisten und droht, sich in seiner Wohnung etwas anzutun. Der Mann soll mit einem Messer bewaffnet sein. Zunächst ist nicht klar, ob er alleine ist oder jemand sich in seiner Gewalt befindet.

Damit kein Passant in Gefahr gerät, sperrt die Polizei um Einsatzleiter Stefan Deutschländer den Bereich zwischen dem T-Punkt und dem Esprit-Laden ab. Niemand darf das Areal betreten, was zahlreichen Fußgängern und Schaulustigen sichtlich schwer fällt. Krankenwagen rücken an, die Feuerwehr, im Kurzen Hagen parken bald mehrere Polizeibullis. Was folgt, ist eine mehrstündige Nervenschlacht, in deren Verlauf die Beamten versuchen, dem Mann gut zuzureden.

Auch seine ehemalige Lebensgefährtin wird zum Einsatzort gebracht. Wie sich herausstellt, soll der Hildesheimer auch in der Vergangenheit schon gewalttätig geworden sein und sich in psychiatrischer Behandlung befunden haben. Zunächst ist geplant, dass seine ehemalige Freundin per Telefon mit dem Mann Kontakt aufnimmt, um ihn zum Aufgeben zu bewegen. Doch diesen Plan lässt die Polizei fallen, da es in der Wohnung ruhig geworden ist.

Es geht auf 19 Uhr zu, inzwischen rücken auch Verhandlungsexperten und andere Spezialkräfte der Polizei aus Hannover an. Mit Rammen und Distanzstangen betreten die Uniformierten den Hausflur. Andere Polizisten beobachten das offenstehende Fenster im zweiten Stock. Doch dort rührt sich nichts.

Um kurz vor 20 Uhr öffnen SEK-Beamte gewaltsam die Wohnungstür, treffen auf einen betrunkenen Mann, der schlafend im Wohnzimmer liegt. Griffbereit neben sich zwei Messer. Sofort überwältigen die Polizisten den völlig verdutzten Hildesheimer, bringen ihn in einen vor dem Haus geparkten VW-Bulli. Unter den Schaulustigen brandet Beifall auf, als der Transporter in Richtung Polizeiinspektion rollt. Von dort geht es nach der Vernehmung ins Ameos-Klinikum.

Einsatzleiter Stefan Deutschländer ist zufrieden: „Es gab keine Verletzten, nur die Wohnungstür wurde beschädigt. Die wird jetzt von der Feuerwehr gesichert.“

von Peter Rütters und Christian Wolters

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