Saisonstart am Donnerstag

Sturm „Niklas“ verzögert Spargelernte

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Hoya/Hannover - Dramatische Sturmschäden auf Niedersachsens Spargelfeldern: Weil Orkan „Niklas“ die Folien auf den Feldern weggeweht hat, reift das Gemüse langsamer. Zum offiziellen Saisonstart am Donnerstag wird deshalb auch weniger Spargel auf den Markt kommen als geplant, hieß es bei der Landwirtschaftskammer.

Wenn Carsten Lahmann in diesen Tagen seine Spargelfelder in Otze bei Burgdorf betritt, dann blickt er auf „ein Chaos“. Denn die Folien, unter denen das Gemüse reifen soll, „liegen überall – nur nicht dort, wo sie liegen sollen“, sagt der Landwirt. Sturm „Niklas“ hat die Planen durchein­andergewirbelt und damit auch die Ernteplanung der Landwirte. Denn weil der Spargel nicht mehr vor Kälte und Nässe geschützt ist, reift er langsamer. Außerdem müssen die bereits eingetroffenen Erntehelfer nun erst einmal die verwehten Folien wegräumen. „Das Chaos zu beseitigen wird bestimmt eine Woche dauern“, sagt Lahmann.

Wie dem Otzer geht es Landwirten in ganz Niedersachsen. Auf vielen Flächen sind hektarweise die Folien weggeflogen. Der Wiederaufbau bedeute Mehrarbeit und Mehrkosten, sagte Dietrich Paul von der Vereinigung der Spargelanbauer in Niedersachsen in Hoya (Landkreis Nienburg). Wie sich der erhöhte Aufwand auf die Preise auswirkt, ist derzeit noch nicht abzuschätzen.

Weniger Spargel auf dem Markt aus geplant

Wegen der Sturmschäden wird zum offiziellen Saisonstart an diesem Donnerstag zunächst auch weniger Spargel auf den Markt kommen als geplant, hieß es bei der Landwirtschaftskammer. 2014 war der Saisonstart extrem früh, die neue Ernte beginnt dagegen mit äußerst kleinen Mengen mit Spargel aus beheiztem Anbau oder aus aufwendiger dreifacher Abdeckung. „Normalerweise hätten wir in der Woche nach Ostern schon ordentliche Mengen. Durch den Sturm sind jedoch viele Folientunnel weggeflogen oder eingerissen“, sagte Dieter Weber von der Landwirtschaftskammer in Langförden.

Die Sturmschäden seien teilweise dramatisch, sagt Paul. Die Folien müssten von Helfern eingesammelt und neu ausgelegt oder repariert werden. Für manche Betriebe liefen pro Tag 1000 Euro Verlust an. Zuversichtlich stimmen die Landwirte die Wetteraussichten. Bei weniger Regen sollen bis zum Wochenende Temperaturen von bis zu 20 Grad Celsius erreicht werden. „Dann wird es schnell wieder losgehen mit ansteigenden neuen Erträgen, auch in der nächsten Woche“, sagte Weber.

„Das ist eben Natur“

„Müssen wir am 4. April Spargel kaufen können?“, fragt Lahmann. Früher habe die Spargelsaison immer am 1. Mai begonnen, mit technischen Hilfsmitteln wie der Folie habe man den Saisonbeginn nach vorn gezogen. Aber wenn das mal nicht funktioniere, „das ist eben Natur“, meint der Landwirt. Eines steht für die Spargelbauern aber bereits fest: Am 24. Juni ist Saisonschluss. „Danach wird nicht mehr gestochen, damit sich der Spargel bis zum nächsten Jahr wieder erholen kann“, sagt Paul.

Hans-Christian Wöste und Heiko Randermann

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