Asse-Sanierung

Auf der Suche nach dem neuen Schacht

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Foto: Ein Arbeiter kniet auf der Asse-Anhöhe in Remlingen vor einem Bohrloch.

Remlingen - Die Probebohrungen in der Asse kosten zwei Millionen Euro und sollen Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Sie sollen Erkenntnisse darüber liefern, ob an diesem Ort tatsächlich ein neuer Schacht zum Bergwerk angelegt werden kann, mit dessen Hilfe die giftigen Fässer dereinst nach oben transportiert werden können.

Um halb zwei nachmittags ertönt ein eigentümlicher Hupton im Wald über dem Atommülllager Asse. Es ist ein Warnsignal, denn nun beginnen die Probebohrungen für den Neubau eines Entsorgungsschachtes für das ehemalige Salzbergwerk, in dessen Tiefe 126000 marode Fässer mit schwachradioaktivem Atommüll lagern. „Das erste Mal nehmen wir ein Projekt in Angriff, das ausschließlich der geforderten Rückholung des Atommülls dient“, sagt Wolfram König, Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS).

Das Team aus Bohrexperten, Geologen und Ingenieuren arbeitet rund um die Uhr in zwei Schichten, um den Bohrer in die Tiefe zu bringen - durch Tonstein, Sandstein, Kalk bis hin zu jenem Salzstock, der in Deutschland zum Synonym für eine fehlgeschlagene Endlagerpolitik geworden ist. Täglich sickern 12000 Liter Wasser in das ehemalige Forschungsbergwerk Asse im Landkreis Wolfenbüttel, das derzeit nur über einen Schacht befahren wird, den Schacht 2. Ursprünglich.

„Das Bohrgerät geht wie ein umgekehrter Tannenbaum nach unten“, erläutert Bergbauingenieur Michael Sniehotta den technisch nicht versierten Laien. Bei der Probebohrung soll die Geologie bis in rund 790 Meter Tiefe erkundet werden. Der neue Schacht kann nur an einer Stelle gebaut werden, an der nicht bereits alte Hohlräume im Untergrund existieren. Aber es ist nicht ganz ausgemacht, ob man nicht doch auf eine unterirdische Höhle trifft.

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