Stau-Stress im Norden

Super-Badewetter in Deutschland

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Das Sommerwetter hat den deutschen Küsten einen Besucher-Ansturm beschert.

Hamburg/Kiel/St. Peter-Ording - Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein haben den Urlaubsorten an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste den erwarteten Besucher-Ansturm beschert. Auf den Autobahnen Richtung Norden gab’s am Sonnabend Stau-Stress – aber kaum Unfälle.

Die nächste Reisewelle rollt: Der Ansturm der Touristen hat am Sonnabend bei traumhaftem Sommerwetter für zahlreiche Staus auf den Autobahnen in Richtung Norden gesorgt. Auf der A1 wuchs die Blechlawine an einer Baustelle zwischen dem Kreuz Maschen und Öjendorf zeitweise auf 20 Kilometer an. Zwischen Stapelfeld und Bad Oldesloe mussten die Autofahrer ebenfalls Nerven und Geduld bewahren, auch von dort meldete die Polizei 20 Kilometer stockenden Verkehr. Am Nachmittag entspannte sich die Situation vor allem auf der A1 aber deutlich; schwere Unfälle mit Personenschäden wurden nicht gemeldet.

Das hochsommerliche Badewetter hat auch viele Spontan-Urlauber an die Nordsee gelockt. In den Ferienorten waren die Tische der Eisdielen und Straßencafés schon am frühen Morgen besetzt. In der Nordsee vor St. Peter-Ording wurden am Vormittag 19 Grad gemessen. In Büsum im Kreis Dithmarschen waren die 2000 Strandkörbe an der Familienlagune Perlebucht nahezu ausgebucht. Auf Sylt drängten sich an der Westerländer Promenade Menschen in Sommerlaune. Vor dem Sylt-Shuttle stauten sich die Autos am Mittag bis zur Bundesstraße 5, was Wartezeiten von rund zwei Stunden bedeutete.

Wer spontan die nordfriesischen Inseln oder die Halligen besuchen wollte, musste am Sonnabend sein Auto auf dem Festland lassen: Die Fähren waren ausgebucht, wie eine Sprecherin der Wyker Dampfschiffsreederei sagte. Hoffnung gab es für die Wartenden am Fähranleger Dagebüll nur, wenn Urlauber mit fest gebuchtem Platz irgendwo in einem Stau stecken geblieben waren.

Auf der A7 vor und hinter dem Hamburger Elbtunnel in Richtung Norden gab es jeweils sechs Kilometer lange Staus; weiter nördlich am Bordesholmer Dreieck waren es im Laufe des Tages zwischen 10 und 15 Kilometer. „Die Autofahrer sind besonnen unterwegs. Wir hatten bisher nur einen Unfall ohne Verletzte“, sagte Thorsten Jensen vom Verkehrsleitzentrum der Hamburger Polizei. Urlauber aus Nordrhein-Westfalen, die die Staus rund um den Elbtunnel umgehen wollten, mussten stattdessen an der Elbfähre Glückstadt-Wischhafen Wartezeiten von bis zu 90 Minuten einplanen.

„Die Situation ist eigentlich für diesen Zeitraum völlig normal. Schließlich müssen wir an einem Sonnabend mit so schönem Wetter noch mit vielen Tagesausflüglern rechnen. Dazu kommt der berühmt-berüchtigte Bettenwechsel in Dänemark“, meinte Bernd Bigalk vom Polizei-Lagezentrum in Kiel. Stockender Verkehr wurde auch von der wichtigen Bundesstraße 404 Richtung Schwarzenbek gemeldet.

Markant für die Verkehrsströme am dritten Juli-Wochenende an die norddeutschen Küsten ist vor allem der Ferienstart in Nordrhein-Westfalen. Zu den Urlaubern von Rhein, Ruhr, Lippe und Ems gesellen sich nach Angaben des ADAC auch Touristen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und aus den Niederlanden. Sonne und Meer lockten wie immer aber auch Tausende Tages-Touristen an den Strand: Viele Parkplätze in den Küsten- und Badeorten waren voll.

Schon am Freitag hatte der ADAC gewarnt: „Autofahrer auf dem Weg in den Urlaub werden sich an diesem Wochenende noch mehr quälen müssen als am Wochenende zuvor. Es gibt kaum mehr Strecken ohne Staus.“

dpa

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