Gemalter Schrecken

Syrisches Kind schenkt Polizei Schockbild

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Foto: Links der Schrecken in Syrien, rechts das Leben in Deutschland: das Bild eines Flüchtlingskindes.

Passau - Wie froh das Kind ist, dem Krieg in Syrien entkommen zu sein, sieht man in jedem Strich: Ein Flüchtlingskind hat der Bundespolizei ein Bild geschenkt, das es selbst gemalt hat. Links der Schrecken in Syrien, rechts das Leben in Deutschland. Wer das Kind war, wird man wahrscheinlich nie erfahren.

Das Bild ist eins von unzähligen Selbstbildnissen, die die Flüchtlinge der Bundespolizei in Passau hinterlassen. Täglich passieren mehr als 1000 Menschen die Clearingstelle, die die erste Registrierung der Geflüchteten übernimmt. Die Menschen halten sich einige Stunden hier auf. Für die Kinder gibt es Spielzeug und eine Malecke. Dann werden die weiterverteilt: an Erstaufnahmeeinrichtungen in Bayern oder an irgendeinen anderen Ort in Deutschland. Das Kind, dass das schockierende Bild gemalt hat, das die Bundespolizei am Freitag veröffentlichte, könnte also strenggenommen überall sein: in Hannover, Kiel, Potsdam, Leipzig.

Das Bild macht in seiner Schlichtheit betroffen: Die Zeichnung ist zweigeteilt und zeigt zum einen die brutalen Zustände in dem Heimatland und zum anderen das neue Leben in Deutschland. In der Mitte ist ein dicker Strich. Unter der syrischen Flagge ist ein zerstörtes Haus zu sehen, abgetrennte Gliedmaßen liegen auf der Straße, aus dem Hinterhalt wird geschossen und ein Kind mit einem abgerissenen Fuß läuft an Krücken.

Unter der deutschen Flagge hingegen steht ein großes Haus mit einem langen Zufahrtsweg und Menschen mit Koffern. Die deutsche Fahne und die Polizei sind jeweils von roten Herzen umrahmt. "Wie das Kind die beiden Welten sieht, ist schon schwer beeindruckend", sagte am Freitag der Sprecher Bundespolizeiinspektion Freyung, Thomas Schweikl.

dpa

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