NOR, ALF, DUD und Co.

Tausende Niedersachsen wollen alte Kfz-Kennzeichen zurück

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Für die alten Kennzeichen sind mehrere Tausend Reservierungen eingegangen.

Hannover - In den Kfz-Zulassungsstellen von zehn niedersächsischen Gemeinden wird in den kommenden Wochen großer Andrang erwartet. Tausende Autobesitzer wechseln zu ihren alten Kennzeichen. Eine neue Verordnung der Bundesregierung macht dies möglich.

Das Interesse der Niedersachsen an alten Autokennzeichen gewaltig, besonders in Ostfriesland: 2700 Pkw-Besitzer haben sich dort Schilder mit dem früheren Kürzel NOR für Norden reservieren lassen. Insgesamt planen zehn niedersächsische Gemeinden ihre vor Jahrzehnten abgeschafften Kfz-Zeichen wieder einzuführen. Das Bundesverkehrsministerium wird in den kommenden Wochen über die Anträge entscheiden. Niedersachsens Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) erwarte positive Rückmeldungen, sagte sein Sprecher. Die Menschen in Norden können aber auch ihr bisheriges Kennzeichen AUR für den Landkreis Aurich behalten.

Anträge eingereicht haben neben Norden (NOR) Alfeld (ALF) im Landkreis Hildesheim, Duderstadt (DUD) und Hannoversch Münden (HMÜ) im Kreis Göttingen, Braunlage (BRL) und Clausthal-Zellerfeld (CLZ) im Kreis Goslar sowie Einbeck (EIN) und Bad Gandersheim (GAN) im Kreis Northeim, Bremervörde (BRV) im Kreis Rotenburg und Rinteln (RI) im Kreis Schaumburg.

„Bei uns sind bereits über 2700 Anmeldungen für das NOR-Kennzeichen eingegangen. In der Gemeinde sind alle sehr froh über die kommende Wiedereinführung“, sagte Ingrid Evers von der Zulassungsstelle Norden. Das Interesse habe auch etwas mit Heimatstolz zu tun. Im Kreis Göttingen gibt es insgesamt 425 Voranmeldungen für die Retro-Kennzeichen, davon 249 in Hannoversch Münden und 176 in Duderstadt.

Andere Landkreise wie Schaumburg lassen keine Voranmeldungen zu. „Wir warten auf den Erlass in 14 Tagen und dann können die Bürger ihr Kennzeichen beantragen. Wir vergeben in den nächsten Tagen aber schon feste Termine, damit wir dem Nachfrage gerecht werden können. Seit Wochen rufen jeden Tag fünf bis sechs Leute an und erkundigen sich“, sagte Andreas Meyer von der Zulassungsstelle Schaumburg.

Die alten Nummernschilder waren im Zuge der Gebietsreformen in den 70er Jahren verschwunden. Die neue Verordnung der Bundesregierung erlaubt nun „mehr als ein Unterscheidungszeichen“ für einen Verwaltungsbezirk. Abkürzungen aus DDR-Zeit werden allerdings nicht reaktiviert.

Möglich ist auch, für komplett neue Kürzel Anträge zu stellen, diese dürfen aber nicht gegen die „guten Sitten“ verstoßen. Schon jetzt tabu sind Abkürzungen aus dem Nationalsozialismus wie SA und SS. Die Nostalgie hat ihren Preis: Wer das Nummernschild wechseln will, muss die üblichen Gebühren bei der Zulassungsstelle zahlen.

dpa

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