Emsland

Tausende Schaben suchen Haren heim

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Schabenplage: Schädlingsbekämpfer sind im Einsatz.

Haren - Schabenalarm im Emsland: Bei dem heißen Wetter der vergangenen Tage haben sich die Insekten in der Stadt Haren explosionsartig vermehrt. Nach Ansicht der Stadt sind die Tiere aber nicht gesundheitsschädlich.

In der emsländischen Stadt Haren kämpfen die Menschen mit einem ekligen Problem: Bei dem warmen Wetter krabbeln im Ortsteil Wesuwe tausende von Schaben durch die Gärten, über Hauswände und zum Teil auch in den Wohnungen. Zu den betroffenen Gebäuden gehöre auch ein Asylbewerberheim, sagte Stadtsprecher Christoph Assies am Donnerstag nach einem entsprechenden Bericht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Ein Schädlingsbekämpfer sei jeden Tag im Einsatz. Ursprungsort der Insekten-Invasion sei höchstwahrscheinlich ein Recyclingbetrieb.

„Wir haben mit der Geschäftsführung des Betriebs das Problem besprochen und darum gebeten, dass sie mit aller Hartnäckigkeit der Sache nachgehen“, sagte Assies. Geplant sei nun, das rund um die Grundstücksgrenzen Köderfallen ausgelegt werden, so dass die Wanderschaft der Schaben unterbrochen werde. Nach Ansicht der Stadt geht von den Insekten keine Gefahr aus.

Dem Zeitungsbericht zufolge schlafen einige Bewohner des Asylheims wegen der Plage schon im Freien. „Das haben wir auch aus der Zeitung erfahren“, sagte Assies. In dem Heim seien im Moment 15 Menschen untergebracht, 8 davon seien Kinder. „Wir lassen das Wohnheim seit Juli jede Woche reinigen.“

Die Stadt habe derzeit keine rechtliche Handhabe, gegen den Willen der Grundstücksbesitzer die Schaben zu bekämpfen, sagte Assies. Die Ordnungsbehörde dürfe nur dann eingreifen, wenn eine konkrete Gesundheitsgefährdung vorliege. „Das muss sich aber schon durch Krankheiten geäußert haben“, sagte er.

Nach Angaben von Jona Freise, Experte beim Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Oldenburg, sind Fälle von großer Schabenvermehrung wie ihn Wesuwe nicht selten. „Das kommt öfter vor, als man denkt“, sagte er. Wichtig sei es, einen professionellen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen. Das sei zwar teuer, aber nur ein Profi könne sehr selektiv hocheffektive Giftköder auslegen. „Die Wohnung muss man heute dafür nicht mehr verlassen und ins Hotel ziehen“, sagte er.

dpa

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