Nach missglückter Handy-Fischung

Vom Teich-Tölpel zum Werbegesicht

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Unverhofft zum Werbegesicht geworden: Mit seiner Aktion, zwei Millionen Liter Wasser aus einem Anglerteich in Meppen ins Klo zu pumpen, gelangt Dwight Kuitert aus Geeste zu zweifelhaftem Ruhm.

Meppen - Dwight Kuitert hat das große Los gezogen: Ein Pumpen-Hersteller macht den Unglücksraben zum Werbegesicht. Im Sommer hatte er versucht, einen Anglerteich leerzupumpen – ihm war sein Handy hineingefallen.

An Tatkraft mangelt es dem Jungen nicht: Als dem 16-jährigen Dwight Kuitert aus Geeste beim heimlichen Angeln in einem Privatteich in der Nähe von Meppen das Smartphone ins Wasser fällt, gibt er alles, um das Telefon zurückzubekommen. Mit zwei Teichpumpen aus dem elterlichen Garten will er satte zwei Millionen Liter Wasser aus dem Gewässer des Anglervereins „Catch & Kill“ in das vereinseigene Klo pumpen. Dumm nur, dass das selbst gebaute Örtchen gar nicht an die Kanalisation, sondern an einen Tank angeschlossen ist, Fassungsvermögen: 1000 Liter. Es passiert das Unvermeidliche. Die Aktion missglückt vorbildlich. Dwight befördert haufenweise Fäkalien an die Oberfläche, die sich querbeet über das Vereinsgelände ergießen, sonst nichts. Das Handy bleibt auf dem Grund des Gewässers zurück.

Das war im Sommer. Dwights missglückter Handy-Fischzug wurde zum Paradebeispiel des jugendlichen Leichtsinns. Und wer den Spott hat, braucht für den Schaden nicht zu sorgen. Zumindest anfangs sah alles danach aus: Nachdem den Verantwortlichen das ganze Ausmaß der Rettungsaktion bewusst wurde – etwa 4000 Euro Schaden – erstattet der Verein Anzeige. Doch dann bekam Dwight Besuch von örtlichen Medienvertretern und vom Fernsehen, die Anzeige wurde zurückgezogen. Die skurrilste Wendung: Mit einem Werbevertrag einer Pumpenfirma kann er nun Kapital aus seiner Aktion ziehen. Die Firma „Jung Pumpen“ im nordrhein-westfälischen Steinhagen wurde auf Dwight aufmerksam und machte ihn kurz entschlossen zum Werbestar. „Aus Fehlern muss man lernen“, sagt Marketingleiter Gunnar Wippersteg. Der Pumpen-Hersteller entwickelt acht Werbevideos fürs Internet. „Dwight fragt, wir antworten“, erklärt Wippersteg das Konzept hinter dem viralem Marketing. Das erste Video unter dem Motto „Vom Teichtölpel zum Pumpenprofi“ ist seit einer Woche online. Ab sofort soll auf der Videoplattform Youtube ein neuer Clip pro Woche folgen.

Nur das versunkene Handy ließ dem 16-Jährigen keine Ruhe. Sogar mit einem Magneten suchte er den Teich ab. Schließlich fischte ein Taucher die Reste des Geräts aus dem Tümpel. Dwight hat mittlerweile eine Fanpage bei Facebook eingerichtet und seine Gage erhalten: Neben einem Umstyling gab es ein neues Smartphone. Diesmal ein wasserdichtes.

Von Nina Reckemeyer

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