Bekämpfung von Zugvögeln

Thümler bedauert Wort vom „Gänse-KZ“

+
Foto: Björn Thümler.

Hannover - In der Auseinandersetzung um die Landwirtschaftspolitik der rot-grünen Landesregierung hat CDU-Landtagsfraktionschef Björn Thümler vor kurzem einen Vergleich gezogen, der in Hannover jetzt hohe Wellen schlug.

Thümler sagte Mitte Juni auf einer CDU-Versammlung in der Wesermarsch, dass die „ideologische“ Haltung der Landesregierung bei der Gänsejagd dazu führen werde, dass künftig wie in Dänemark und den Niederlanden „Gänse-KZs“ eingesetzt werden müssten, „in denen die Vögel vergast“ werden würden. Das dürfe es in Niedersachsen niemals geben.

Der Vergleich hat Empörung in den Jüdischen Gemeinden hervorgerufen. Thümler entschuldigte sich dehalb am Freitag bei Michael Fürst, dem Landesverbandsvorsitzenden der Jüdischen Gemeinden. „Ich möchte betonen, dass ich den Ausdruck verwendet habe, um deutlich zu machen, dass Zustände, wie sie in Belgien oder den Niederlanden bei der Bekämpfung von Zugvögeln offenbar an der Tagesordnung sind, bei uns keinen Einzug halten dürfen“, sagte Thümler gestern. „Gleichwohl ist mir bewusst, dass diese Wortwahl falsch war.“ Er werde einen solchen Vergleich nicht mehr anstellen. Der Vergleich zwischen dem Holocaust und den Belangen des Tierschutzes sei unangemessen.

Fürst hat die Entschuldigung angenommen. „Zwischenmenschlich ist die Sache bereinigt, zumal Herr Thümler sich wirklich um gute Beziehungen zum Staat Israel bemüht“, sagte Fürst der HAZ. Aber diese Beispiel zeige wieder einmal, „wie leichtfertig die Politik mit solchen Assoziationen umgeht“.

Kommentare