Raubkatzen-Angriff

Tiger tötet Pfleger im Allwetterzoo Münster

+
In Münster hat ein Tiger einen Tierpfleger getötet.

Münster - Ein Tiger hat einen Tierpfleger im Allwetterzoo von Münster mit einem Biss ins Genick getötet. Nach Informationen der Feuerwehr handelt es sich bei dem Toten um einen 57-jährigen Mann.

Mit einem Biss ins Genick hat ein Tiger im Allwetterzoo von Münster seinen Tierpfleger getötet. Der erfahrene Pfleger habe offenbar beim Füttern der Tiere vergessen, eine Luke des Käfigs zu schließen, sagte Zoodirektor Jörg Adler. Der 56 alte Mann sei dann durch eine Schleuse in das Freigehege gegangen um es zu reinigen. Dabei habe er wohl übersehen, dass der zehnjährige Tiger namens Rasputin schon durch die offene Luke in des Gehege gelangt war. Der Tote sei ein langjähriger und erfahrener Pfleger gewesen. Adler sprach von menschlichem Versagen.

Besucher hätten den Unfall beobachtet und die Zooleitung alarmiert, berichtete der Zoodirektor weiter. Die Rettungskräfte seien aber zu spät gekommen. „So ein Zusammentreffen mit einem Tiger ist nicht zu überleben“, sagte Adler vor Journalisten. Den Tiger treffe keine Schuld, er habe instinktiv einen Eindringling in seinem Revier angegriffen. Im Zoo von Münster leben zwei Amurtiger, ein Männchen und ein Weibchen. Es war das 2005 aus Leipzig nach Münster gekommene Tier Rasputin, dass den Pfleger tötete.

Im Zoo kümmerten sich mehrere Unfallseelsorger um die Mitarbeiter. Staatsanwaltschaft und Polizei haben Ermittlungen aufgenommen. „Es gibt Zeugen für den Vorgang, so dass wir den Tod unseres Pflegers rekonstruieren können“, sagte Adler. Das Thema Sicherheit im Zoo spiele bei allen Mitarbeitern immer eine große Rolle. „Sie können noch so viele Alarmsysteme und Technik einbauen. Am Ende steht der Mitarbeiter, der entscheidet. Aber natürlich frage ich mich, was ich als Zoodirektor hätte anders machen können.“

Chronologie: Tödliche Zootier-Attacken auf Pfleger

Tödliche Unfälle in deutschen Zoos sind selten. Vor plötzlichen Attacken ihrer Schützlinge sind - wie jetzt in Münster - aber auch Pfleger nicht sicher. Meist ist Unachtsamkeit die Ursache. Einige Beispiele:

August 2012: Ein Sibirischer Tiger fällt im Kölner Zoo eine Pflegerin an und tötet die 43-Jährige mit einem Biss in den Hals. Sie hatte vergessen, die Raubkatze vor der Reinigung des Geheges einzusperren.

Mai 2007: Im Berliner Tierpark Friedrichsfelde wird eine Pflegerin von einem 350 Kilogramm schweren Moschusochsen erdrückt. Die Gehegetür war nicht richtig verschlossen. Der Bulle drückte die 41-Jährige gegen ein Gitter.

November 2006: Ein Leopard fällt im Chemnitzer Tierpark seine Pflegerin an und tötet sie mit einem Nackenbiss. Der Käfig war nicht richtig verriegelt. Die 23-jährige Frau wollte das Gehege reinigen.

dpa/sag

Kommentare