Fall Travyon Martin

Todesschütze muss wieder ins Gefängnis

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George Zimmerman muss wieder ins Gefängnis.

Washington - Der nach Todesschüssen auf einen schwarzen Teenager wegen Mordes angeklagte George Zimmerman muss wieder hinter Gitter. Ein Richter in Florida hat die Freilassung des 28-Jährigen gegen Kaution aufgehoben.

Wie die "New York Times" am Freitagabend (Ortszeit) berichtete, muss sich der Mann nun binnen 48 Stunden bei der Polizei melden. Zimmerman und seine Frau hätten bei einer Anhörung im April gelogen und falsche Angaben über ihre finanziellen Verhältnisse gemacht, so die Staatsanwaltschaft. Aufgrund dieser Anhörung wurde damals eine Kaution von 150.000 Dollar festgelegt. Zimmerman bezahlte 10 Prozent davon und kam auf freien Fuß.

Zimmerman hatte als Mitglied einer Bürgerwehr im Februar den 17-Jährigen Trayvon Martin bei einer Sicherheitspatrouille in Sanford in Florida erschossen. Er gab an, in Notwehr gehandelt zu haben und berief sich auf das Gesetz "Stand Your Ground", das Bedrohten weitreichende Rechte zur Selbstverteidigung einräumt. Martin war unbewaffnet.

Die Todesschüsse hatten eine Welle der Empörung ausgelöst. Die Polizei hatte zunächst nicht gegen Zimmerman ermittelt, Medien sprachen von einem rassistischen Hintergrund der Tat. Zimmerman wurde im April des Mordes mit bedingtem Vorsatz angeklagt. Er bekannte sich für nicht schuldig. Bei einer nächsten Anhörung am 8. August soll festgelegt werden, wann die Hauptverhandlung beginnt. Sollte Zimmerman verurteilt werden, droht ihm eine lebenslange Haftstrafe.

dpa

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