Angestellte getötet

Tödlicher Raubüberfall schockiert Rethem

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In diesem Getränkemarkt in Rethem starb eine junge Frau bei einem Raubüberfall.

Rethem/Soltau - Bei einem Raubüberfall auf einen Getränkemarkt im Heidekreis ist eine junge Frau getötet worden. Die Samtgemeinde Rethem trauert und ist schockiert über das Verbrechen.

In der Samtgemeinde Rethem im Heidekreis ist die Trauer groß. „Wir sind schockiert“, sagt Bürgermeister Cort-Brün Voige über die Stimmung in dem 2400-Einwohner-Ort. Eine junge Angestellte war am Mittwochabend bei einem bewaffneten Raubüberfall ums Leben gekommen. Blumen und Kerzen vor dem Ort des Verbrechens verleihen der Trauer einer ganzen Stadt Ausdruck. Jenseits des rot-weißen Flatterbandes, das den Tatort weiträumig absperrt, bleiben immer wieder Menschen auf dem benachbarten Parkplatz stehen. Sie sprechen über das Unfassbare und schauen zum Getränkemarkt hinüber, wo die Polizei weiterhin Spuren sichert.

Wie die Polizei mitteilte, hatte die 23-Jährige im Getränkemarkt am Mittwochabend gegen 20.50 Uhr mit einem Praktikanten die Tageseinnahmen gezählt. Plötzlich stand ein Mann im Laden, der mit schwarzer Sturmhaube maskiert und mit einem Messer bewaffnet war. Er forderte das Geld. Nach Angaben des 18-jährigen Praktikanten kam es zu einem Handgemenge, bei dem die Angestellte mit mehreren Messerstichen schwer verletzt wurde. Der Täter flüchtete mit der Ladenkasse, während der ebenfalls verletzte Praktikant sich zu einem Arzt in der Nachbarschaft rettete. Der Mediziner alarmierte dann die Polizei. Die 23-Jährige erlag noch am Tatort ihren Verletzungen.

Bürgermeister Voige erfuhr am frühen Donnerstagmorgen von dem Raubüberfall. Am Abend zuvor war er bis in die Nacht dienstlich unterwegs. Die Nachricht von der Bluttat hörte er am Frühstückstisch. „Das ist absolut tragisch und kaum zu glauben, dass so etwas hier passiert.“

Die Polizei geht von einem Raubüberfall aus und richtete eine Mordkommission ein. Polizeisprecher Olaf Rothardt sieht gute Chancen, die Tat aufzuklären: „Der Fahndungsdruck auf den Täter ist groß.“ Am Boden und aus der Luft durchkämmten gestern 30 Beamte die Umgebung. „Wir fahren das gesamte Programm“, sagte Polizeisprecher Rothardt. Die Polizei setzte am Donnerstag sogar eine Drohne ein, um Aufnahmen aus der Luft zu machen. „So verschaffen wir uns einen Überblick und können Fluchtwege rekonstruieren“, erklärte Rothardt.

Es gab bereits zahlreiche Spuren - und nicht zuletzt eine recht gute Täterbeschreibung, die der 18-jährige Praktikant geliefert hat. Dem jungen Mann fielen vor allem die kräftige Statur, der Bauchansatz, stark behaarte Unterarme und die ungepflegten Zähne auf. Laut Polizei ist der Gesuchte etwa 1,85 Meter groß, hat braune Augen und spricht akzentfrei Hochdeutsch. Er trug eine schwarze Hose, eine schwarze Jacke und weiße Handschuhe. „Wir suchen jetzt Zeugen, die nach 19 Uhr im Getränkemarkt waren und eventuell jemanden draußen stehen gesehen haben“, sagte der Sprecher der Polizei. Die heiße Spur zum Räuber fehlte auch am Donnerstagabend noch. Der Bürgermeister steht in engem Kontakt zur Polizei: „Wir werden sehen, wie sich der tragische Fall entwickelt und wie wir damit umgehen“, sagte Voige. Das Mitgefühl der Bevölkerung gelte der Familie des Opfers.

Patricia Kusch und Jens Reinbold

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