Italien

133 Tote bei Bootsunglück vor Lampedusa

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Foto: Bei einem Flüchtlingsdrama vor der italienischen Insel Lampedusa mindestens 82 Menschen ertrunken.

Rom - Tausende Flüchtlinge versuchen jedes Jahr über das Mittelmeer die europäischen Küsten zu erreichen. Jetzt ist wieder ein Boot vor der Insel Lampedusa gekentert, dutzende Flüchtlinge ertranken.

Mindestens 133 Flüchtlinge sind bei einemSchiffbruch vor der italienischen Insel Lampedusa ertrunken. Die Opferzahl könnte weiter steigen, da Hunderte Menschen noch vermisst wurden, wie italienische Medien berichteten. Unter den Toten seien auch Kinder, sagte Bürgermeisterin Giusi Nicolini.Das Boot mit etwa 500 Menschen an Bord hatte im Mittelmeer vor der Nachbarinsel Isola dei Conigli Feuer gefangen und war gekentert. Rund 150 Menschen konnten von der Küstenwache inSicherheit gebracht werden; andere versuchten, sich selbst über Wasser zu halten.

„Es ist ein Horror“, sagte Nicolini nach dem zweiten Flüchtlingsdrama innerhalb weniger Tage. „Sie hören nicht auf, weitere Leichen zu bringen.“ Die Migranten sollen Medienberichten zufolge aus Eritrea und Somalia stammen. Sie waren etwa zwölf Stunden vor dem Unglück an der libyschen Küste aufgebrochen. Möglicherweise hatten sie selbst Feuer an Bord gemacht, um auf sich aufmerksam zu machen.

Innenminister Angelino Alfano sollte nach einemTreffen mit Regierungschef Enrico Letta nach Lampedusa reisen. Letta bezeichnete den Tod der Migranten als „ungeheure Katastrophe“. Die Minister von Alfanos Partei Volk der Freiheit (PdL) sagten eine geplante Pressekonferenz ab. „Beten wir für die Opfer des tragischen Schiffbruchs vor Lampedusa“, schrieb Papst Franziskus auf Twitter.

Die Staatsanwaltschaft eröffnete ein Ermittlungsverfahren, einer der mutmaßlichen Schleuser wurde Medienberichten zufolge bereits festgenommen. „Eine enorme Tragödie, für die es keine Worte gibt“, sagte Vize-Innenminister Filippo Bubbico. Kurz zuvor war ein Boot mit 463 Migranten vor Lampedusa angekommen.

Bei gutemWetter versuchen immer wieder Flüchtlinge die europäischen Küsten zu erreichen. Oft endet die Überfahrt auf den kaum seetüchtigen Booten für einige von ihnen tödlich. Erst am Montag waren 13 Menschen vor der italienischen Küste ertrunken. Ihr Boot war vor Sizilien gestrandet, daraufhin versuchten die Menschen an Bord, an Land zu schwimmen.

dpa

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