Laut Medienberichten

48 tote Mädchen in "Sewol"-Frack entdeckt

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Foto: Vor anderthalb Wochen war die Sewol vor Südkoreas Küste gesunken.

Seoul - Den Tauchern am Wrack der gesunkenen südkoreanischen Fähre "Sewol" bieten sich furchtbare Bilder. Derweil wächst der Kreis der Verdächtigen unter den Besatzungsmitgliedern.

Anderthalb Wochen nach dem "Sewol"-Fährunglück in Südkorea wird die Dramatik des Untergangs immer deutlicher. Taucher fanden in einem Raum des Wracks laut einem CNN-Bericht die Leichen von 48 Mädchen. Sie waren zusammengepfercht in einer Kabine, die eigentlich nur Platz für 30 Passagiere bot, wie der US-Nachrichtensender am Freitag südkoreanische Offizielle zitierte. Die Ermittler werfen derweil weiteren Besatzungsmitgliedern Fahrlässigkeit vor.

Gegen vier zusätzliche Crewmitglieder - darunter zwei leitende technische Offiziere - seien Haftbefehle erlassen worden, berichtete der Rundfunksender KBS. Die Zahl der geborgenen Toten stieg bis zum späten Freitagabend (Ortszeit) auf 185 - die 48 Mädchen sind da noch nicht mitgezählt. Nur 174 der insgesamt 476 Menschen an Bord hatten bei der Katastrophe am 16. April gerettet werden können. Die toten Mädchen hätten Schwimmwesten getragen, hieß es.

Es sei zu vermuten, dass viele Fahrgäste in den Raum gerannt seien, als das Schiff kenterte. Die Bergungsarbeiten gestalteten sich schwierig, weil die Sicht schlecht sei und herumschwimmende Gegenstände den Weg versperrten. Die Ursache für das Kentern des Schiffs vor der Südwestküste Südkoreas ist weiter unklar. Die Ermittler gehen menschlichem Versagen wie auch möglichen technischen Fehlern nach.

Ein Grund könnte sein, dass die etwa 3500 Tonnen schwere Ladung auf der Auto- und Personenfähre nicht richtig gesichert worden sei, berichtete der staatliche Sender Arirang. Die Fahrzeuge und Container könnten verrutscht sein, so dass das Schiff in Schieflage geriet. Nach Angaben der Ermittler kenterte das Schiff an der Stelle, wo es seinen Kurs wechselte. Laut Arirang war vor dem Unglück auch ein Problem an der Steuerung festgestellt worden, ohne dass der Defekt behoben wurde. Wenige Tage nach dem Unglück waren bereits der Kapitän, die dritte Offizierin und der Steuermann verhaftet worden. Sie sollen das sinkende Schiff im Stich gelassen haben.

Den Berichten zufolge wurden bislang insgesamt elf Mitglieder der Besatzung festgenommen. Die jüngst verhafteten vier Crewmitglieder werden beschuldigt, ihre Verantwortung für den Schutz der Fahrgäste nicht erfüllt und damit den Tod vieler Passagiere - überwiegend Jugendliche auf einem Schulausflug - in Kauf genommen zu haben. Dutzende von Angehörigen beschuldigten nach Berichten des südkoreanischen Fernsehens die Einsatzleitung, nicht alle verfügbaren Kräfte für die Bergungsaktion einzusetzen. Unter anderem verlangten sie, neben Tauchern der Küstenwache und Marine auch wieder zivile Taucher an der Suche zu beteiligen. Der Chef der Küstenwache habe zugesagt, den Forderungen nachzukommen, hieß es.

dpa

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