Schwere Gewitter und Starkregen

Ein Toter bei Unwetter über Norddeutschland

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Auf zahlreichen Straßen - wie hier bei Hamburg - kippten Bäume um.

Hannover - Ein Unwetter ist am Dienstag über Norddeutschland hinweg gezogen. In Hamburg wurde ein Autofahrer getötet, als ein Vordach einstürzte, mehrere Menschen wurden verletzt. Umgekippte Bäume und Starkregen behinderten zudem auf zahlreichen Straßen den Verkehr.

Bei einem schweren Unwetter ist ein 26-Jähriger amHamburger Fischmarkt durch ein einstürzendes Vordach getötet worden. Die Teile seien am Dienstagnachmittag auf sein Auto gefallen und hätten den Mann eingeklemmt, sagte ein Polizeisprecher. Die schwangere Lebensgefährtin des Opfers, die ebenfalls im Wagen saß, kam verletzt in ein Krankenhaus. Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern und Starkregen ließen in der Hansestadt Bäume und Äste auf Straßen und Autos stürzen, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Dabei seien drei weitere Menschen in ihren Wagen eingeklemmt worden. Besonders im Nordosten Hamburgs behinderten Böen und heftiger Regen den Verkehr. Eine S-Bahn-Linie konnte etwa eine Stunde lang nicht fahren, weil einBaum auf die Gleise gestürzt war.

Die Feuerwehr war wegen überfluteter Keller und umgestürzter Bäume im Dauereinsatz. Innerhalb kurzer Zeit gingen rund 300Notrufe ein. Auch der Sprecher der Hamburger Feuerwehr konnte seinen Lagedienst mehr als eine Stunde nicht erreichen. Die Zugstrecke zwischen Hamburg und Lübeck war vorübergehend in beide Richtungen gesperrt - ein Baum war auf die Bahngleise gefallen. Die Fahrgäste wurden mit Bussen weitertransportiert. Ein ICE musste auf dem Weg zwischen Hamburg und Dortmund aufGütergleise umgeleitet werden, weil ein Baum auf eine Oberleitung gekippt war.

Am Dienstagnachmittag waren teils schwere Gewitter und Starkregenfronten über den Norden Deutschlands hinweg gezogen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab eine Warnung vor Unwettern heraus. In Norddeutschland waren teils Windböen von bis zu 100 Stundenkilometern möglich sowie Starkregen von 20 bis 30 Litern pro Quadratmeter.

Auch in Niedersachsen bekamen Autofahrer die Folgen des Sturms zu spüren: Auf der A28 stürzten bei Delmenhorst Bäume auf die Straße, bei Oldenburg behinderte Wasser infolge des Starkregens den Verkehr. Autofahrer auf der Autobahn 27 warnte die Verkehrsmanagementzentrale vor einem Sandsturm bei Walsrode. In Bremen kippten Bäume um, einige auch auf Autos. Verletzte gab es es aber nicht, sagte eine Polizeisprecherin. Im Kreis Verden kippte ein Baum auf Bahngleise, im Bereich Oldenburg und in Ostfriesland gab es einige Einsätze wegen überfluteter Keller und umgekippter Bäume, teilten die Leitstellen der Feuerwehren mit. In Hannover verzeichneten die Einsatzkräfte zunächst keine größeren Zwischenfälle. "Hier geht es", sagte ein Feuerwehrsprecher.

Schon am Mittwoch geht es laut DWD mit den Temperaturen wieder runter und es wird vielerorts regnerisch. Die Höchstwerte liegen dann nur noch bei 20 Grad. Wo die Sonne scheint, sind auch 22 Grad drin. Mit Regen muss vor allem imSüdosten, Osten sowie von der Eifel bis Schleswig-Holstein gerechnet werden. Schauer, Blitz und Donner sind amDonnerstag vor allem im Norden Deutschlands möglich, im Süden hingegen scheint zunächst auch längere Zeit die Sonne. Über 22 Grad kommen die Temperaturen aber erneut nirgendwo hinaus, im Norden bleibt es mit 14 Grad sogar regelrecht kühl. Auch für das Wochenende kann der Deutsche Wetterdienst nur unbeständiges Wetter vorhersagen. Und auch wenn hier und da länger mal die Sonne scheinen kann: Hochsommer war nur am Dienstag.

frs/dpa

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