Empfang in Hamburg

Triumphale Heimkehr der Olympioniken

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Foto: Das „Traumschiff“ bringt die deutschen Olympioniken zur Empfangsparty in der Hamburger Hafencity.

Hamburg - Die deutschen Olympioniken sind in Hamburg eingetroffen. Auf dem letzten Stück der Reise wurde der Olympia-Dampfer von rund 80 kleineren Booten die Elbe hinab begleitet. Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Thomas Bach, empfingen die Sportler zusammen mit Tausenden Besuchern in der Hansestadt.

Ruder-Olympiasieger Maximilian Reinelt glänzte als Barpianist am weißen Konzertflügel mit Welthits im Minutentakt, draußen wurde gerockt und gesungen und gelacht. Als die Party auf dem Lido-Deck nachts um 3 Uhr so richtig abging, da schaute auch Traumschiff-Kapitän Andreas Greulich noch einmal bei seinen Sportsfreunden vorbei. So etwas hatte der erfahrene Seemann noch nicht erlebt. Greulich nickte kurz, drehte wortlos nach backbord ab und trollte sich zufrieden. Alles klar, die Nacht wird kurz. Mittendrin in der Party-Meute sang und tanzte Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Leinen los in London – Kurs Hamburg: Für 36 Stunden war die berühmte „Deutschland“ zur „MS Olympia“ geworden. Gut 200 der 391 deutschen London-Starter durften mit Freunden und Angehörigen an Bord. Nachts schlug der Stimmungspegel fast so hoch aus wie bei der Abschlussfeier im Londoner Olympiastadion. Dagegen dürfte das Durchschnittsalter der Passagiere auf dem Kreuzfahrtschiff auf ein Rekordtief gesunken sein. Die letzten der Feierbiester fielen erst gestern nach 5 Uhr in ihre Kojen. Viele verpassten die Zeitumstellung und kamen zur obligatorischen Seenotrettungsübung um 10.30 Uhr zu spät. So richtig wach waren nur wenige, selbst Schwimmer mit Rettungsweste fand keiner lustig. Glücklich waren nur die Sportsfreunde, die schon gefrühstückt hatten. Langschläfer trafen sich „Beim Alten Fritz“ bei Würstchen, Brötchen und Milchkaffee. Im Salon wurde schon zum Mittagessen eingedeckt, um 14 Uhr war Autogrammstunde.

„Das gehört einfach dazu“, sagte Stabhochspringer Björn Otto, in London mit Silber dekoriert, nach der für alle zu kurzen Nacht. Turnass Fabian Hambüchen war schon vor dem Ablegen „ziemlich platt. Ich will die Fahrt zur Erholung nutzen. Seit dem 2. Juli war ich nicht zu Hause. Deshalb freue ich mich jetzt ganz besonders drauf“, verriet der 24-Jährige aus Wetzlar.

36 tolle Stunden an Bord, alles mal sacken lassen, Spaß miteinander haben. Die Traumschiff-Idee des DOSB kam blendend an, und Generaldirektor Michael Vesper scherzte schon: Wenn die Zustimmung so gut ist wie die Stimmung an Bord, dann startet die „Deutschland“ 2016 in Rio vielleicht wieder in olympischer Mission. „Ein besserer Abschluss der Spiele ist für mich als Hamburger gar nicht vorstellbar“, sagte der zweimalige Hockey-Olympiasieger Moritz Fürste und freute sich auf die Ankunft mit dem Traumschiff heute in der Hansestadt, die vom NDR-Fernsehen live übertragen wird.

dpa

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