Tötung des kleinen Dano

Tumult im Prozess gegen Jenisas Onkel

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Seit heute muss sich der 43-Jährige vor dem Landgericht in Bielefeld für den Tod von Dano verantworten.

Bielefeld - Der Mord am kleinen Dano brachte die Ermittlungen auch im Fall Jenisa auf eine neue Spur. Für das Verbrechen muss sich Jenisas Onkel verantworten, der den Fünfjährigen aus Herford getötet haben soll. Zu Prozessbeginn aber schweigt der Angeklagte.

Im Prozess um die Tötung des fünfjährigen Dano hat es zum Auftakt einen Tumult gegeben. Der Vorsitzende Richter des Landgerichts Bielefeld ermahnte die Zuhörer auf den Besucherplätzen zur Ruhe. Der Großvater des getöteten Jungen hatte am Mittwochvormittag von einem Weinkrampf geschüttelt die Aussagen eines Polizisten mit lauten Rufen unterbrochen. Die Anklage wirft dem 43-jährigen Angeklagten vor, Dano heftig geprügelt und erdrosselt zu haben.

Als erster Zeuge schilderte ein Polizist die ersten Vernehmungen nach der Festnahme des Beschuldigen am 3. April. Das Gericht interessierte sich dabei vor allem für die Umstände des Geständnisses und Widersprüche zwischen der Aussage des Beschuldigten und Ergebnissen der Rechtsmedizin. Während der 43-Jährige den Jungen mit Bettzeug erstickt haben will, fanden die Ermittler Hinweise auf ein Erdrosseln und ausgeschlagene Zähne.

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen den Mann außerdem wegen des Todes der achtjährigen Jenisa im Jahr 2007. Im Gefängnis soll der 43-Jährige Mithäftlingen den Mord an Jenisa gestanden und die Stelle verraten haben, wo er die Leiche versteckte. Die Leiche wurde tatsächlich an der Stelle gefunden. Eine DNA-Überprüfung gab erst vor gut zwei Wochen Gewissheit, dass es sich um Jenisas Überreste handelte. Mehr als 70 Menschen hatten am Freitag von dem sieben Jahre verschwundenen Mädchen Abschied genommen.

dpa/r.

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