Body-Mass-Index

Übergewichtiger Sportlehrer darf nicht Beamter werden

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Foto: Hat Ärger mit dem BMI: Torsten Dickmann.

Lauenburg - Darf man als Sportlehrer übergewichtig sein, wenn man verbeamtet werden möchte? Nein, sagt das Kieler Bildungsministerium. Der betroffene Pädagoge will sich dagegen wehren.

Der Sportlehrer Torsten Dickmann darf nicht Beamter werden, weil sein Body-Mass-Index (BMI) zu hoch ist. Er macht seine Arbeit genauso gut wie seine Kollegen an der Albinus Gemeinschaftsschule in Lauenburg. Als Lehrer für Mathematik, Technik und Sport bekommt Torsten Dickmann (43) allerdings weniger Geld als die meisten seiner Kollegen. Und das wird vorerst so bleiben, denn Dickmanns Antrag, Beamter zu werden, wurde abgelehnt.

Obwohl der ehemalige Zeitsoldat gesund ist und dreimal in der Woche ins Fitnessstudio geht, zweifelt das Kieler Bildungsministerium offenbar an seiner Leistungsfähigkeit. Der Grund: Dickmanns Body-Mass-Index (BMI), das Verhältnis zwischen Körpergröße und Gewicht, ist zu hoch. Der Pädagoge hält das Ausschlussverfahren über den BMI für überholt. Gewicht werde auch durch Muskelmasse und Knochenbau bedingt.

Zu den genauen Gründen für die Ablehnung des Antrages von Torsten Dickmann wollte das Bildungsministerium keine Aussagen machen. Beate Hinse, Sprecherin des Ministeriums, erklärte die grundsätzliche Handhabung des BMI bei Personalfragen: „Die ärztlichen Gutachter hatten sich in der Vergangenheit darauf verständigt, dass bei einem Übergewicht mit einem BMI über 30 das Gesundheitsrisiko so hoch einzuschätzen sei, dass eine Verbeamtung aus medizinischer Sicht nicht befürwortet werden konnte.“

Weil Wissenschaftler nach neuen Studien den BMI als alleinigen Maßstab infrage stellen, gibt es nun auch für übergewichtige Bewerber mit einem BMI bis 34,9 eine Chance auf den Beamtenstatus, wenn keine weiteren Risikofaktoren vorlägen. Erst ab einer Adipositas zweiten Grades (ab BMI 35) sei eine Verbeamtung nicht möglich.

„In der Ablehnung stand eindeutig, dass alles in Ordnung ist – nur der BMI stimmt nicht. Ich hatte jedoch einen Wert von 34,5. Dann hätten sie mich doch sofort nehmen müssen“, sagt Dickmann. Der Pädagoge fühlt sich ungerecht behandelt: „Ich möchte andere Lehrer in der gleichen Situation dazu ermutigen, sich ebenfalls zu wehren.“

Von Floriam Grombein

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