Wohnungsmangel

Unbekannte besetzen Uni-Gebäude in Göttingen

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Volle Säle, wenige Wohnungen: Weil es in Göttingen mehr Studienanfänger als Wohnungen gibt, herrscht Unterkunftsnot.

Göttingen - Weil es zu wenig Wohnungen für Studenten gibt, haben Unbekannte in der Nacht zu Dienstag ein leerestehendes Gebäude der Universität Göttingen besetzt. Die Besetzer bezeichneten es als Skandal, dass in dem Uni-Gebäude in der Innenstadt 65 Wohnplätze leer stünden.

Weil in Göttingen Wohnungen für Studenten fehlen, haben Aktivisten in der Nacht zu Dienstag zum zweiten Mal in diesem Jahr ein leerstehendes Gebäude der Universität besetzt. Am Vormittag sei das frühere Studentenwohnheim aber wieder verlassen gewesen, sagte ein Hochschulsprecher. Die Besetzer hätten nur Protestplakate zurückgelassen.

Wie die Unbekannten in das Gebäude gelangt sind, sei unklar, sagte der Sprecher. Bereits im Januar dieses Jahres hatten Aktivisten das Gebäude besetzt gehalten. Nach einem Strafantrag der Hochschulleitung war es damals von der Polizei geräumt worden. Die Universität werde das Gebäude am Rand der Innenstadt jetzt so sichern, dass eine erneute Besetzung erschwert werde, sagte der Uni-Sprecher. Das Haus soll für eine andere Nutzung umgebaut werden.

Die Besetzer hatten es in einem in der Nacht verbreiteten anonymen Schreiben als Skandal bezeichnet, dass in dem Gebäude in der innenstadtnahen Geiststraße 65 Wohnplätze leer stünden, während in Göttingen die Wohnungsnot so groß wie seit Jahrzehnten nicht mehr sei.

Auf der Warteliste des Studentenwerkes standen zuletzt noch rund 2000 Studienanfänger, die einen Wohnheimplatz suchen. An der Hochschule haben sich zum Wintersemester 5700 Studierende neu immatrikuliert, so viele wie seit Jahren nicht mehr. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) hatte in der vergangenen Woche sein Haus als Notquartier geöffnet.

dpa

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