Brandanschlag bei Magdeburg

Unbekannte zerstören 16 Bundeswehrfahrzeuge

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Foto: Bei einem Brandanschlag in einer Bundeswehr-Kaserne bei Magdeburg wurde 16 Fahrzeuge zerstört.

Havelberg/Magdeburg - Mit Brandsätzen haben Unbekannte in einer Bundeswehrkaserne in Havelberg einen zweistelligen Millionenschaden angerichtet. Die Tat erinnert an einen ähnlichen Anschlag im Juni 2012 in Hannover.

Bei einem Brandanschlag auf Fahrzeuge der Bundeswehr im Norden Sachsen-Anhalts ist ein Schaden von mindestens zehn Millionen Euro entstanden. 16 Fahrzeuge, darunter Lastwagen und Spezialfahrzeuge, seien teils schwer beschädigt worden, teilte die Polizei in Magdeburg mit. Unbekannte Täter waren in der Nacht zu Samstag auf das Gelände der Elb-Havel-Kaserne in Havelberg gelangt und hatten mehrere Brandsätze deponiert. Menschen wurden nicht verletzt.

Der Anschlag erinnert an ein ähnliches Verbrechen, das im Juni 2012 von „Antimilitaristen“ in Hannover verübt wurde. Auf dem Gelände des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums am Alten Flughafen in Vahrenwald hatten die Täter 13 Fahrzeuge angezündet. Der Schaden betrug rund 600.000 Euro. Die Täter wurden bisher nicht ermittelt, obwohl das Gelände videoüberwacht wird.

Die Polizei schloss einen Zusammenhang mit Protesten gegen die Bundeswehr am Truppenübungsplatz Altmark nicht aus. „Ein Anschlag dieses Ausmaßes stellt eine bislang in Sachsen-Anhalt nie dagewesene Art der Gewalt gegen die Bundeswehr dar“, erklärte die Polizei. Weitere Störungen könnten nicht ausgeschlossen werden. Das Verteidigungsministerium sei informiert, die Sicherheitsmaßnahmen seien in ganz Deutschland erhöht worden. Im Umkreis von militärischen Einrichtungen werde es verstärkte Kontrollen geben.

Die Bundeswehrfahrzeuge in Havelberg waren auf einer überdachten Abstellfläche geparkt. Auch gepanzerte Fahrzeuge seien betroffen, wie ein Bundeswehrsprecher erläuterte. Ob auch der offene Unterstand für die Wagen in Mitleidenschaft gezogen wurde, sei noch unklar. Laut Polizei gingen die Wagen gegen 2.00 Uhr nachts in Flammen auf. Die Feuerwehr war drei Stunden lang mit den Löscharbeiten beschäftigt. Einige der Brandsätze haben laut Polizei vermutlich nicht gezündet und werden nun untersucht.

Zu den Protesten gegen die Bundeswehr, zu denen eine Gruppe „War starts here“ (Krieg beginnt hier) aufgerufen hatten, versammelten sich am Samstagvormittag einige Dutzend Teilnehmer. Die Veranstalter hatten mit 350 Teilnehmern gerechnet. Die Polizei hat für die seit einer Woche laufenden Aktionen bis zu 600 Beamte im Einsatz. Ein Verbot von Protesten durch den Landkreis war gerichtlich aufgehoben worden. Anwohner in Letzlingen planten eine Gegendemonstration für die Bundeswehr. Das Militär ist in der Region ein wichtiger Arbeitgeber.

Der Truppenübungsplatz nördlich von Magdeburg ist mit 30 Kilometer Länge und 12 Kilometer Breite einer der größten in Europa. Seit dem Herbst baut die Bundeswehr dort eine komplette Übungsstadt mit mehr als 500 Gebäuden, einer Hochhaussiedlung und einer U-Bahn-Station. In „Schnöggersburg“ sollen ab 2017 bis zu 1500 Soldaten gleichzeitig den Einsatz in Krisengebieten üben können. Militärgegner hatten mehrmals gegen das rund 100 Millionen Euro teure Projekt protestiert, die Grünen legten im Januar bei der EU-Kommission in Brüssel Beschwerde ein, weil das Gebiet dem Vogelschutz diene.

In der Bundeswehrkaserne in Havelberg nördlich des Übungsplatzes sind das Panzerpionierbatallion 803 und des Führungs- und Unterstützungsbatallion 382 stationiert. Havelberg wurde 1685 Garnisonsstadt und ist ein traditioneller Armeestandort.

dpa/cli

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