Streit um Windkraftanlage in Helmstedt

Unbekannte zerstören Horste von Rotmilanen

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Foto: Die Flughöhe von Rotmilanen liegt genau auf der Höhe von Windrädern, so der Nabu.

Helmstedt - Im Streit um geplante Windkraftanlagen im Kreis Helmstedt haben Bauinteressenten möglicherweise die Horste von Rotmilanen zerstört, um ein Naturschutzhindernis zu beseitigen. Bei der Genehmigungsprüfung der Windkraftanlage soll jetzt so getan werden, als ob die Vögel sich noch dort befänden.

Um das verbotene Vertreiben geschützter Vogelarten nicht noch zu belohnen, werde bei der Genehmigungsprüfung für eine Windkraftanlage so getan, als ob die Vögel sich noch dort befänden, sagte Manuela Hahn vom Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) am Donnerstag.

„Damit wollen wir verhindern, dass sich Nachahmer finden.“ Es gebe Anhaltspunkte, dass in einem Wald zwischen Helmstedt und Süpplingen kürzlich ein Rotmilannest von Unbekannten entfernt wurde. Wie der ZGB mitteilte, wurde auch an anderer Stelle bereits ein Horst des Raubvogels entfernt. Unter anderem über eine Kartierung des Naturschutzbundes (Nabu) verfügt der Zweckverband über Erkenntnisse, wo die geschützten Vögel ihre Nester haben.

Rotmilane sind ausschlaggebend für Genehmigung

Wie der Helmstedter Nabu-Vorsitzende Reinhard Wagner erklärte, liege die Flughöhe von Rotmilanen genau auf der der Windräder. Für die Genehmigung der Anlagen sei das Vorkommen von Rotmilanen ausschlaggebend. Am Bau von Windkraftanlagen interessierte Grundstückseigentümer - etwa Landwirte - unternähmen daher alles, um den Rotmilan fernzuhalten. Bis Ende 2015 sollen im Kreis Helmstedt neun Vorzugsgebiete für Windenergie ausgewiesen werden. Dagegen protestieren Umweltschützer und eine Bürgerinitiative.

dpa

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