Geständnis in Joggerin-Mordprozess

„Es tut mir unendlich leid“

Schwerin - Überraschende Wende im Prozess um die getötete Joggerin aus Lübeck: Der Angeklagte brach am Montag im Landgericht Schwerin sein monatelanges Schweigen und gab die Tat zu.

Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer Joggerin aus Lübeck hat der Angeklagte am Montag sein Schweigen gebrochen und die Tat gestanden. „Es tut mir unendlich leid“, heißt es in einer sechsseitigen Erklärung, die sein Anwalt im Landgericht Schwerin verlas. Er habe den Tod der jungen Frau nicht gewollt. Er habe an jenem Tag im Juli 2013 eine Körperverletzung an irgendjemandem begehen wollen, um eingesperrt zu werden. Damit habe er sich seiner von ihm getrennt lebenden Verlobten entziehen wollen, die immer wieder die Verantwortung für die vier gemeinsamen Kinder bei ihm abgeladen habe. Aus heutiger Sicht sei ihm diese Überlegung „absolut unbegreiflich“.

Zum Tatzeitpunkt habe er sich beruflich wie privat in einer Sackgasse gefühlt, so der Angeklagte in seiner Erklärung. Er habe einen Spaziergang in die Palinger Heide zwischen Lübeck und Herrnburg (Mecklenburg-Vorpommern) unternommen, als ihm plötzlich die Idee zu der Körperverletzung gekommen sei. Es sollte „nichts Schwerwiegendes“ sein.

Auf dem Weg sei ihm eine Person entgegengekommen, die er erst spät als Frau erkannt habe. Er habe ihr in den Arm stechen wollen. Sie habe ins Messer gegriffen. Dann, als er habe weglaufen wollen, habe die Frau ihn festgehalten und zurückgerissen. Beide seien zu Boden gegangen, sie habe plötzlich unter ihm gelegen. Beim Sturz sei das Messer offensichtlich im Hals der Frau gelandet. Dann sei er weggerannt. „Es ging alles sehr schnell.“

dpa

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