Wegen Mängel an den Unis

Unis fordern Rückkehr der Studienbeiträge

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Foto: Weil die Universitäten unzureichend ausgestattet sind, sollen die Studienbeiträge wieder eingeführt werden - das fordert Horst Hippler, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK).

Hannover - Kaum sind die Studiengebühren auch in Niedersachsen verschwunden, wird über ihr Comeback nachgedacht. Unterstützung findet der Vorschlag vom Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz auch an der Leibniz Universität Hannover.

Als letztes Bundesland hat Niedersachsen erst zum jetzt beginnenden Wintersemester die Studiengebühren abgeschafft. In einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ fordert nun Horst Hippler, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), bundesweit über eine Wiedereinführung nachzudenken. Der Vorschlag findet auch unter niedersächsischen Universitätsrektoren Zustimmung.

„Die Hochschulen sind jetzt schon völlig unzureichend ausgestattet. Studienbeiträge können sinnvoll die staatliche Finanzierung ergänzen“, sagte Hippler der Zeitung. Wegen der angespannten Haushalte werde bald auch die Politik umdenken. In den Bundesländern sehe er „schon jetzt diese Debatten, an allen Ecken und Enden“. Und auch die öffentliche Ablehnung werde sich ändern, wenn man sehe, wie an Hochschulen noch stärker gespart werden müsse, zeigte sich HRK-Präsident Hippler überzeugt.

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Das glaubt auch der Präsident der Niedersächsischen Hochschulrektorenkonferenz, Professor Jürgen Hesselbach. Der Präsident der TU Braunschweig war bis zuletzt Befürworter der Studienbeiträge, hält es aber gegenwärtig für unmöglich, in Niedersachsen diese Debatte von Neuem zu beginnen. „Das ist im Moment im politischen Raum tot“, sagte Hesselbach. Aber auch er glaubt, dass die Finanzsituation der Länder, die mit nahender Schuldenbremse prekärer zu werden droht, die Stimmung drehen könnte. „Wir werden in einigen Jahren wieder diese Diskussion haben, aber da muss eine Schamfrist verstreichen“, sagt Hesselbach.

„Ich befürworte Studiengebühren – das Geld ist nötig, um die Qualität und die Wettbewerbsfähigkeit der Universitäten zu sichern“, sagt Erich Barke, Präsident der Leibniz Universität Hannover. Dabei sei es sekundär, ob der Beitrag während oder nach dem Studium gezahlt werde. Beim zweiten Modell zahlt der Akademiker erst, wenn er Geld verdient. Es brauche in jedem Fall vernünftige Stipendienangebote, so wie in anderen Ländern auch, so Barke.

Von Heiko Randermann

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