Tourismus in Niedersachsen

Urlaubsregionen rüsten sich für Besucherplus

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Foot: Die Stimmung bei Niedersachsens Touristikern ist blendend. Zum Start der Sommerferien am 23. Juli rechnen sie mit Vollauslastung.

Lüneburg - Die Stimmung bei Niedersachsens Touristikern ist blendend. Zum Start der Sommerferien am 23. Juli rechnen sie mit Vollauslastung. Aber das könnte auch zum Problem werden: Die Urlaubszeit überschneidet sich mit Nordrhein-Westfalen, es drohen Engpässe in Hotels und Pensionen.

Drei Wochen vor dem Start der Sommerferien rüsten sich die niedersächsischen Urlaubsregionen für den erhofften Ansturm von Touristen aus dem In- und Ausland. „Die Erwartungen sind in allen Gebieten hoch - auf den Ostfriesischen Inseln und an der Nordseeküste, in der Lüneburger Heide und im Harz“, sagte der Tourismusexperte der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg, Martin Exner, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Für Branchendaten aus einzelnen Landesteilen sei es noch zu früh. „Aber von der allgemeinen Stimmung her wird die Sommersaison günstiger eingeschätzt als letztes Jahr“, meinte Exner.

Auch Hoteliers, Gastronomen und Campingplatz-Betreiber aus kleineren Zielgebieten wie Weserbergland, Unterweser und Unterelbe zeigten sich optimistisch. „Die Lage sieht dort in Bezug auf die Sommersaison bisher deutlich besser aus als 2011“, berichtete der IHK-Mann. Jede Region richte sich auf ihre jeweiligen Zielgruppen ein. Während etwa die Beliebtheit der Nordseeküste und -inseln bei Familien mit Kindern ungebrochen sei, zögen Harz und Heide vor allem Wandergruppen und „junge Aktive“ an.

„Insgesamt stellt sich der Niedersachsen-Tourismus positiv dar“, sagte Exner. In der Mitte Juni veröffentlichten IHK-Saisonumfrage hatten 90 Prozent der 812 befragten Anbieter die Erwartung geäußert, dass das Vorjahresniveau gehalten werden kann oder die Geschäfte noch besser laufen. Unter den Reisebüros und -veranstaltern gaben sich 84 Prozent zuversichtlich, im Gastgewerbe 91 Prozent. Viele Betriebe wollen neues Personal einstellen, die Preise sollen stabil bleiben.

Im ersten Quartal habe der Zuwachs der Übernachtungen mit 9,6 Prozent bereits über dem Bundesdurchschnitt von 8,2 Prozent gelegen, ergänzte Exner. „Das war auch ein wichtiges Indiz für die Stimmung in der Branche und Grundlage für die Einschätzungen der Saisonumfrage.“

Die große Unbekannte in allen Prognosen bleibe freilich das Wetter - ebenso wie die Frage, ob die absehbar hohe Nachfrage in Stoßzeiten überhaupt bewältigt werden kann. „Die Sommerferien in Niedersachsen überschneiden sich in diesem Jahr massiv mit denen in NRW“, sagte Exner. „Das ist eine Hypothek für uns. Denn in der Kernzeit, wo die Überlappung groß ist, haben die Hoteliers fast keine Kapazitäten mehr - und in anderen Wochen Probleme, die volle Auslastung hinzubekommen.“

An Rhein und Ruhr beginnen die Ferien am 9. Juli, Niedersachsen folgt zwei Wochen später. Nach IHK-Angaben stammen fast 60 Prozent aller Urlaubsgäste in Niedersachsen aus den beiden Bundesländern.

dpa

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