Prozess in Hildesheim

Urteil im Prozess um getötete Geschwister aus Ilsede erwartet

Ermittler sichern im Juni in Groß Ilsede bei Peine Spuren des Verbrechens.

Hildesheim - Im Prozess um die vier getöteten Geschwister aus Ilsede wird am Donnerstag das Urteil des Landgerichts Hildesheim erwartet. Der Vater hatte gestanden, seine fünf, sieben und neun Jahre alten Söhne sowie die zwölfjährige Tochter im Sommer mit einem Teppichmesser getötet zu haben.

Anschließend versuchte er, sich selbst umzubringen. Die Mutter war nach der Trennung von ihrem Mann zur Tatzeit in Dänemark.

Die Staatsanwaltschaft hatte 15 Jahre Gefängnis wegen vierfachen Mordes gefordert. Die Höchststrafe kommt aus Sicht der Anklage nicht infrage, weil der Mann vermindert schuldfähig sei.

Die Verteidigung hatte für eine Unterbringung in der Psychiatrie plädiert.Nach den Plädoyers hatte der Angeklagte gesagt: "Die größte Strafe ist für mich, damit zu leben, dass ich meine Kinder so brutal umgebracht habe."

Nach der nächtlichen Bluttat hatte der Vater die getöteten Kinder nebeneinander ins Ehebett gelegt. Danach machte er in einer SMS und in einem Abschiedsbrief seiner Frau schwere Vorwürfe.

Nach Einschätzung des psychiatrischen Gutachters war die Tat jedoch nicht in erster Linie ein Racheakt, um die Ehefrau für die Trennung zu bestrafen, sondern vom Wunsch geprägt, mit den Kindern im Tod auf ewig vereint zu sein.

dpa/kas

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