Ehemann angeklagt

Urteil im Prozess um Mord an Küsterin erwartet

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Foto: Im Prozess um eine getötete Küsterin und zehnfache Mutter aus Braunlage soll am Montag vor dem Braunschweiger Landgericht das Urteil gesprochen werden.

Braunschweig - Der Mord an einer Küsterin erschütterte die Menschen im Harzer Ferienort Braunlage. Die Frau soll von ihrem Ehemann in der Kirche erschossen worden sein. Am Montag wird das Urteil gesprochen.

Eine Küsterin aus Braunlage wird in einer Kirche durch einen Schuss in den Hinterkopf getötet: Seit Anfang Mai hat das Landgericht Braunschweig versucht, die Hintergründe des gewaltsamen Todes der 48-Jährigen zu klären. Am kommenden Montag wird das Urteil gegen den Ehemann erwartet. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine lebenslange Freiheitsstrafe für den 54-Jährigen, sein Verteidiger plädierte dagegen auf elf Jahre Haft wegen fahrlässiger Tötung.

Bis zuletzt hatte der Angeklagte den Mord an seiner Frau geleugnet und beteuert, der Schuss habe sich aus Versehen gelöst. Zwischenzeitlich belastete er sogar seinen 20 Jahre alten Sohn.

Die Staatsanwaltschaft sieht es aber als erwiesen an, dass er seine arg- und wehrlose Frau in der katholischen Kirche von Braunlage mit einem Gewehrschuss in den Hinterkopf ermordet hat. Gründe für die Tat seien unter anderem die von der Frau eingereichte Scheidung und die seit Jahren zerrütteten Familienverhältnisse, erläuterte Oberstaatsanwältin Kirsten Stang. Das Paar hat zehn gemeinsame Kinder, das jüngste ist erst vier Jahre alt.

Im Prozess wurden fünf der Kinder von Nebenklägern vertreten. Die Anwälte betonten, welche traumatischen Folgen der Verlust der Mutter für die Kinder habe. Der Angeklagte soll bereits drei Wochen vor dem tödlichen Schuss in der Kirche versucht haben, seine Frau zu vergiften. Dabei forderte der Mann der Anklage zufolge eine Tochter auf, der Mutter ein in hoher Dosis tödliches Medikament in Getränke zu mischen. Der Zwölfjährigen habe er erzählt, es handele sich um Zucker.

dpa

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