Verbrechen

Vater wegen Vergewaltigung vor Landgericht Bückeburg

Bückeburg - Ein 54-Jähriger steht derzeit vor dem Landgericht Bückeburg, weil er sich immer wieder an seinen vier Kindern, drei Mädchen und ein Junge, vergangen haben soll. Mit einer minderjährigen Stieftocher bekam er ein Kind.

Ein 54 Jahre alter Mann aus dem Kreis Schaumburg ist vor dem Landgericht Bückeburg angeklagt, vier Familienangehörige – drei Mädchen und einen Jungen – vergewaltigt, missbraucht und sexuell genötigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm 81 Taten vor, verteilt über einen Zeitraum von 18 Jahren. Im Fall eines Schuldspruchs droht dem Angeklagten eine mehrjährige Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung. Zu Beginn der Übergriffe sollen zwei Kinder sechs, die beiden anderen 13 und 14 Jahre alt gewesen sein.

Vor Gericht hat der Familienvater am Montag zugegeben, ein Kind mit seiner Stieftochter gezeugt zu haben. Bei der Geburt war die junge Frau 16 Jahre alt. Bestritten hat der 54-Jährige dagegen den Vorwurf, sich auch an jener leiblichen Tochter vergangen zu haben, die aus der Beziehung hervorgegangen ist. „So wahr ich hier sitze, kann ich sagen, dass da gar nichts war“, erklärte er.

Mit seiner Stieftochter will der Schaumburger stets freiwilligen Sex gehabt haben. „Ich habe sie zu nichts gezwungen“, betonte er. Anfangs war das Mädchen laut Anklage 14 Jahre alt. Dem Angeklagten zufolge war die Tochter seiner jetzigen Frau mit Liebeskummer zu ihm gekommen, weil sie Trost suchte. Als daraus mehr geworden sei, will er „gedacht“ haben, „dass ich eine kleine Beziehung mit ihr hatte“. Auf die Frage des Gerichts, wieso ein erwachsener Mann eine Beziehung mit einer Minderjährigen beginnt, blieb der Angeklagte die Antwort schuldig. Warum seiner Familie ihn zu Unrecht beschuldigen sollte, erklärte der 54-Jährige mit einer Art Komplott. Angeblich wollte die Stieftochter einen Teil des Hauses überschrieben haben.

Hinter verschlossenen Türen hat das Gericht am Montag begonnen, die mutmaßlichen Opfer zu vernehmen. Begonnen haben soll der Missbrauch bereits 1993, als die Familie noch in einem anderen Bundesland lebte. Zum letzten Übergriff kam es nach Erkenntnissen der Ermittler im September 2011. Staatsanwältin Denise Homann nimmt an, dass der Mann zwei der Kinder, darunter einen Stiefsohn, mit Gewalt eingeschüchtert hat. Deshalb könnte es bis zur Anzeige so lange gedauert haben. Das Urteil könnte am 7. Dezember verkündet werden.

Stefan Lyrath

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