Die verrücktesten Tiere kommen aus Niedersachsen

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"Gullyver" in Bedrängnis: Die Tierwelt in Niedersachsen spielt verrückt.

Hannover - Wieso in den Zoo gehen, wenn man nach Niedersachsen fahren kann? Und wieso im Zoo bleiben, wenn man Niedersachsen erkunden kann? Von ausgebüxten Zoo-Affen über Wander-Katzen bis zu Kängurus im Vorgarten und eingeklemmten Nagetieren: Die Tierwelt hat es in sich.

Heidi, das schielende Opossum aus Leipzig, Yvonne, die Anarcho-Kuh aus Bayern, Knut, der Über-Eisbär aus Berlin: Prominente Beispiele von Tieren, die in den Medien landen gibt es zuhauf. Besonders häufig scheint die Tierwelt aber in Niedersachsen aufzudrehen. Ob mediengeil oder einfach nur verwirrt, feststeht: Zwischen Nordsee und Harz geht es rund - von Eichhörnchen, die in Gullys stecken bleiben bis zu Kängurus, die im Vorgarten für Polizisten posieren. Eine Auswahl des kuriosen niedersächsischen Tiergeschehens seit Anfang des Jahres.

Der Herzensbrecher: Können Eichhörnchen-Augen lügen? Die von „Gullyver“ jedenfalls nicht. Das arme Nagetier, das Anfang August mit seinem Köpfchen in einem Gullydeckel in Isernhagen bei Hannover stecken blieb, brach nicht nur die Herzen der Polizisten, die es befreien wollten. Bundesweit ging das Bild des eingeklemmten Nagers durch die Medien. Besonders traurig fanden viele das Ende: „Gullyver“ starb ein paar Stunden nach seiner Befreiung.

Wie Rehe, nur anders: Vielleicht sollte man sein Känguru einfach nicht „Norbert“ taufen. Oder „Bernhard“. So hießen jedenfalls zwei der ausgebüxten Beuteltiere, die im März und Juli in den Kreisen Rotenburg und Schaumburg herumsprangen. „Norbert“ wurde auf einem Parkplatz gestellt, „Bernhard“ leider vom Zug überfahren - ein paar Tage vorher hatte er noch für die Kamera zweier Polizisten posiert (bevor er den Beamten davon hüpfte). Mehr Glück hatten „Urmel“ und „Wickie“ aus dem Tierpark Serengeti in der Lüneburger Heide. Sie waren im Mai auf Tour - mehrere Wochen. „Die sind ja aber in der Größe auch schon mal mit einem Reh zu verwechseln“, hieß es damals bei der Polizei in Schwarmstedt.

Die Zoo-Ausreißer: Kurz nachdem im Juli die Affen im hannoverschen Zoo los waren, suchte auch ein Marabu aus dem Tierpark in Jaderberg das Weite - trotz gestutzter Flügel. Nach elf Tagen war der afrikanische Storchenvogel gefasst. Nur rund eine Stunde liefen dagegen die fünf Schimpansen durch den Zoo - nach Baumfällarbeiten hatten sie einen Ast als Brücke genutzt und die Besucher ordentlich erschreckt. Ein kleines Mädchen wurde leicht verletzt.

Das scheue Wild: Scheu war er schon der Fuchs, klug war sein Versteck aber nicht: Nachdem er im Juli in einen Imbiss in Hann. Münden gelaufen war, floh er von dort vor der Feuerwehr - in eine Buchhandlung. Unter einem Regal wurde er schließlich entdeckt. Kurze Zeit später starb das Tier, Fuchsräude vermutete ein Tierarzt. Buchhandlungen haben Wölfe und Luchse bislang gemieden. Dafür tappten sie in Fotofallen. „Mit diesen tollen Bildern machen die Wölfe für sich beste Werbung“, lobte Umweltminister Stefan Birkner (FDP).

Hart auf vier Pfoten: Überdurchschnittliches Durchhaltevermögen scheinen Katzen in Niedersachsen zu haben. Beachtlich ist jedenfalls die Mieze, die im Mai vier Tage in einer Badezimmerwand in Clausthal-Zellerfeld klarkam, bis die Feuerwehr sie befreite. Handwerker hatten das Tier aus Versehen eingemauert. Gute Kondition bewies auch Kater „Felix“: Der lief mal eben 240 Kilometer von Braunschweig nach Berlin, wo er im Mai auftauchte - okay, er brauchte dafür eineinhalb Jahre.

Acht Beine und viel Lärm um nichts: Dann war da natürlich noch die Spinne. Acht Beine, unauffälliges Verhalten, leider am falschen Ort: Das Tier saß im Januar auf dem Bewegungsmelder im Kassenraum einer Bankfiliale in Uelzen - und löste Alarm aus, Polizeigroßeinsatz. Geld wurde nicht geklaut.

dpa

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