AOK-Krankenhausreport

Viele Tote durch Behandlungsfehler

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Berlin - In rund 190.000 Fällen jährlich verursachen Behandlungsfehler in Deutschlands Krankenhäusern nach Schätzungen gesundheitliche Schäden bei Patienten. Geschätzt rund 19.000 Todesfälle gingen auf solche Fehler zurück. Das geht aus dem am Dienstag in Berlin veröffentlichten AOK-Krankenhausreport hervor.

Die Zahl der unerwünschten, vermeidbaren Zwischenfälle liege sogar noch höher: Zwischen 360 000 und 720 000 Mal passierten in den Kliniken pro Jahr Dinge, die eigentlich nicht passieren sollten. Zu den Problemen zählen laut der Studie Fehler bei der Medikamentengabe oder mangelnde Hygiene.

Auch im Operationssaal könnten Patienten demnach nicht immer auf einen optimalen Ablauf vertrauen. Oft böten Krankenhäuser Operationen an, obwohl sie vergleichsweise wenig Erfahrung in den jeweiligen Bereichen hätten. Die Experten riefen zu mehr Spezialisierung auf: Wenn eine Klinik einen Eingriff besonders häufig durchführe, seien die Ergebnisse auch besser. Mit der Routine wachse der Behandlungserfolg.

Ansprüche aus Behandlungsfehlern verjähren nach drei Jahren

Vermutet ein Patient einen Behandlungsfehler, muss er innerhalb von drei Jahren dagegen vorgehen. Danach sind seine Ansprüche verjährt. „Die Frist läuft ab dem Moment, von dem an der Patient Kenntnis über den Behandlungsfehler hätte haben können“, erklärt Regina Behrendt, Gesundheitsexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Wer ahnt, dass bei einer OP etwas falsch gelaufen ist, sich aber erst nach vier Jahren meldet, weil er vorher noch keine Beschwerden hatte, hat keine Chance mehr auf Schadenersatz.

dpa

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