Schüsse am Telefon

Vier Menschen sterben bei Familiendramen

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Bei einem Familiendrama im Westerwald sind drei Menschen ums Leben gekommen.

Ingelbach/Bad Krozingen - Ein Polizist hört am Telefon Schüsse - helfen kann er nicht mehr: Im Westerwald erschießt ein 45-Jähriger zwei Menschen und sich selbst. Auch in Baden-Württemberg endet ein Familienstreit blutig.

Vier Menschen sind bei Familiendramen im Westerwald und in Baden-Württemberg am Wochenende ums Leben gekommen. Im Westerwald erschoss ein Sportschütze seine Freundin (40), deren Großmutter (83) und sich selbst. An Samstagmittag hatte die 40-Jährige telefonisch die Polizei alarmiert und erklärt, ihr Partner habe sie geschlagen. „Noch während des Gesprächs hörte der entgegennehmende Beamte mehrere Schüsse“, teilte die Koblenzer Polizei am Sonntag mit.

In Bad Krozingen soll ein 32-Jähriger seine Ehefrau getötet und deren Freund mit einer Axt und einem Messer angegriffen haben. Die baden-württembergische Polizei nahm den Verdächtigen fest. Zeugen hätten die Fahnder auf die Spur des jungen Vaters geführt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstag mit. Er stehe im dringenden Verdacht, am Freitagabend seine 48-jährige Ehefrau getötet zu haben. Deren neuer Freund liege nach dem Angriff mit Verdacht auf Schädelbruch im Krankenhaus.

Kurz nach dem Notruf aus dem Westerwald hatten Ermittler in einem Fachwerkhaus die Leichen des Schützen und der 83-Jährigen gefunden. Der 45-jährige Täter hat die Waffe noch in der Hand. Seine Lebensgefährtin starb am Abend in einem Krankenhaus, ihr hatte der Mann in den Kopf geschossen. Der 17-jährige Sohn der Frau konnte sich unverletzt zu Nachbarn retten. Auch er hatte die Polizei verständigt.

Die genauen Hintergründe der Tat wurden zunächst nicht bekannt. „Es waren familiäre Streitigkeiten“, sagte ein Polizeisprecher. Details nannte er nicht, auch aus Rücksicht auf den überlebenden 17-Jährigen. Der Täter war Mitglied eines Schützenvereins und besaß mehrere Schusswaffen. „Zumindest nach dem ersten Eindruck waren diese legal“, sagte der Polizeisprecher. Ob auch die Tatwaffe registriert ist, soll in Zusammenarbeit mit der Waffenbehörde geklärt werden.

dpa

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