Siebenschläfer

Wann wird's mal wieder richtig Sommer?

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Foto: Weiter wechselhaftes Wetter in Hannover.

- Der 27. Juni ist eine Art Schicksalstag – zumindest, wenn man einer alten Bauernregel glauben schenkt. Demnach müssten sich die Deutschen mit Temperaturen von unter 20 Grad zufriedengeben. Eine Umfrage unter Meteorologen allerdings macht Hoffnung: Die Bauernregel sei sehr ungenau.

„Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt.“ Demnach müssten sich die Deutschen mit Temperaturen von unter 20 Grad zufriedengeben.

„Der Siebenschläfertag allein hat keine Bedeutung“, sagt Dominik Jung vom Internet-Wetterportal wetter.net. Der Zeitraum Ende Juni bis Anfang Juli sei wichtig. Er könne ausschlaggebend für den ganzen Sommer sein. „In Süddeutschland trifft diese Regel zu 70 Prozent zu, im Norden nur zu 50 Prozent“, sagt Jung. Allerdings wird es in den nächsten Tagen kaum sonniger: „Derzeit sieht es nach einem wechselhaften Sommer aus, da die nächsten Tage überwiegend unbeständig ausfallen.“

Karsten Brandt von donnerwetter.de misst dem Siebenschläfer mehr Bedeutung zu – und ist optimistischer: „In sieben bis acht von zehn Fällen wiederholt sich die Wetterlage dann im Sommer mehrmals. Also Daumen drücken für ein Hoch Anfang Juli.“ Das könne durchaus kommen, sagt der Meteorologe Thomas Endrulat vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Potsdam: „Es wird langsam wieder wärmer.“

Ob die Deutschen heute bibbern, ist ohnehin unwichtig. Denn der Siebenschläfer ist eine gesamteuropäische Frage. „Man muss sehen, wie sich die Großwetterlage über Europa einpendelt“, sagt Andreas Wagner vom Wetterdienst Meteomedia. „Der Sommer kann so weitergehen wie bisher, es kann sich aber auch ein Hoch über Skandinavien oder den Azoren festsetzen, dann hätten wir viele heiße und sonnige Wochen.“ Karsten Brandt von donnerwetter.de bestätigt das: „Die Chancen stehen gut, dass zumindest das Azorenhoch zeitweise den Weg zu uns findet.“ Die Ferien würden „nicht voll verregnet“, meint Brandt. „Aber ein Topsommer kann es nach diesem Juni nicht mehr werden.“ Dominik Jung prognostiziert ähnliches: „Es wird alles in allem ein typisch mitteleuropäischer Sommer werden – wechselhaft.“

Wer einen wirklichen Optimisten finden will, muss daher Thomas Hitzler fragen. Der Schwabe berechnet das Wetter nach dem Hundertjährigen Kalender. Im Prinzip wiederhole sich das Wetter alle sieben Jahre, sagt Hitzler. Vor sieben Jahren, das war 2006, der Super-WM-Sommer: Ein heißer Juli, nur zwei Tage unter 26 Grad. Ein wechselhafter August und dann wieder ein schöner Spätsommerseptember. Kann alles noch werden. Man muss nur den Richtigen fragen.

Von Nora Lysk und Jan Sternberg

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