Unwetter in Deutschland

DWD warnt vor schwerem Sturm

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Foto: Die niedersächsische Nordseeküste rechnet zum Wochenende mit einer Sturmflut.

Norden/Offenbach - Orkan und Sturmflut: Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Unwettern in Deutschland. Selbst im Flachland werden am Freitag Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern erwartet. Die Bahn rechnet mit Verspätungen, Spaziergänger sollten den Wald meiden.

Ungewöhnlich starke Tiefdruckgebiete über dem Atlantik bescheren Deutschland in den kommenden Tagen schwere Sturmböen. Am Samstag erwarten die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) an den Küsten und im Bergland sogar Orkane der Stärke 11 bis 12. Selbst im Flachland werden Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern erreicht.

Auf dem Brocken wird es demnach besonders windig: . "Es sind Windgeschwindigkeiten bis zu 135 Stundenkilometer Spitze drin", sagte am Donnerstag der Meteorologe Florian Engelmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Leipzig. Die ersten Orkanböen sollten bereits am Donnerstag über den 1141 Meter hohen Berg sausen.

Bereits am Donnerstag gab der DWD für weite Teile Deutschlands Unwetterwarnungen heraus. Zugleich steigen die Temperaturen deutlich. Die niedersächsische Nordseeküste rechnet zum Wochenende mit einer Sturmflut. Bereits in den nächsten Tagen seien deutlich erhöhte Wasserstände zu erwarten, sagte eine Sprecherin des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Norden.

Nach derzeitiger Prognose steigt das Wasser in der Nacht zum Sonntag bis zu zwei Meter über den normalen Hochwasserstand. Bei dem schweren Orkan Xaver im Dezember waren es 2,83 Meter am Pegel der Insel Norderney. "Endgültige Aussagen sind derzeit allerdings noch nicht möglich, denn die Wetterlage ist wenig stabil", sagte der Leiter des Sturmflutwarndienstes, Heiko Knaack.

Gefahr im Wald

Für die kommenden Tage raten die Experten: Auf keinen Fall in den Wald gehen. Dort könne der Sturm Äste abbrechen und herunterstürzen lassen, aber auch ganze Bäume entwurzeln. Die Menschen sollten auch selbst darauf achten, dass alles windfest sei und beispielsweise Blumentöpfe ins Haus stellen, sagte ein DWD-Sprecher. Auch die Deutsche Bahn will auf den Sturm reagieren: "Wenn es konkret wird, werden die Züge auf bestimmten Streckenabschnitten die Geschwindigkeit reduzieren", sagte ein Bahn-Sprecher.

Die ursprünglich für Freitag auf den Skipisten am Wurmberg bei Braunlage geplante Präsentation der "Skiwelt Harz" muss verschoben werden. Grund sei der vorhergesagte Orkan mit Sturmböen von bis zu 120 Stundenkilometern und Starkregen, teilte der Tourismusverband Harz am Donnerstag mit.

Im Norden ist die Bahn nach eigenen Angaben auf den angekündigten Sturm gut vorbereitet. Räum- und Reparaturtrupps stünden in Bereitschaft, um gerissene Oberleitungen oder unterspülte Gleise zu reparieren, sagte eine Bahnsprecherin am Donnerstag. Fahrgäste müssten allerdings mit Verspätungen rechnen, weil die Züge bei Sturm auf bestimmten Streckenabschnitten unter Umständen die Geschwindigkeit reduzieren müssten, sagte sie.

Dazu zählen Waldstücke und Brücken, wie die Fehmarnsundbrücke. "Für den Sylt-Shuttle gilt: Ab Windstärke 10 werden keine Fahrzeuge mit Gefahrgut oder mit leeren Anhängern, keine Wohnmobile und keine Wohnwagengespanne mehr transportiert. Ab Windstärke 12 wird der Zugverkehr zwischen Sylt und dem Festland komplett eingestellt", sagte sie.

dpa

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