Kaum Influenza-Erkrankungen

Warten auf die Grippewelle

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So mild der Winter: Noch sind die Wartezimmer der Arztpraxen nicht voller Grippekranker.

Hannover - Vielleicht bleibt Niedersachsen verschont – vielleicht aber auch nicht. Die Grippewelle hat das Land bislang verschont. Experten raten jedoch weiterhin zur Impfung gegen die tückische Influenza.

Die Vorhersagen sind reine Spekulation. Kommt sie oder nicht - und wenn, wann ist es so weit? Die Grippewelle hat das Land noch nicht erreicht. In der vergangenen Woche sind beispielsweise nur sieben im Labor bestätigte Influenzafälle dem Landesgesundheitsamt gemeldet worden.

Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es in der fünften Kalenderwoche bereits 299 Fälle. Auch wenn die Zahlen nicht exakt die tatsächlich Erkrankten abbilden - die Meldung ist freiwillig - zeigt sich doch, dass in diesem Winter von einer Grippewelle jede Spur fehlt.

Noch. Die Experten wollen keine Entwarnung geben. „Wir können nicht ausschließen, dass es zu einem Anstieg der Fälle kommt“, sagt Dagmar Ziehm vom Landesgesundheitsamt. Deshalb rät sie, sich auch jetzt noch gegen die diesjährige Influenza A (H3N2) impfen zulassen. Die Ständige Impfkommission am Robert- Koch-Institut in Berlin empfiehlt eine Impfung vor allem für Personen, für die eine Erkrankung besonders riskant wäre oder die in ihrem näheren Umfeld mit Älteren oder chronisch Kranken leben Der Impfstoff, der jährlich an die sich immer verändernden Viren angepasst wird, benötigt etwa zwei Wochen, bis er sich richtig aufgebaut hat. Die Apotheken verfügen derzeit über ausreichende Mengen an Medikamenten. Ein Engpass, wie es ihn in anderen Jahren schon mal gegeben hat, ist nicht zu erwarten.

Doch woran liegt es, dass in diesem Winter bislang nur so wenige Menschen erkrankt sind? Ein Grund dafür ist der milde Winter. Zum anderen seien nach der starken Grippewelle im vergangenen Jahr viele damals Betroffene jetzt immun, sagt Medizinerin Ziehm. Wenn die Grippewelle tatsächlich noch nach Deutschland schwappt, dann aus dem Süden. Bei den europäischen Nachbarn steigt die Zahl der Erkrankungen stetig an. Weite Teile Spaniens, Portugals und Griechenlands melden mittlere bis hohe Influenza-Aktivität.

Die Grippe ist eine der häufigsten Erkrankungen der Atemwege des Menschen. Sie ist hochansteckend. Viele verwechseln sie mit einer Erkältung, also mit einem grippalen Infekt. Ein Grippe-patient klagt über starke Schmerzen, große Abgeschlagenheit, quälenden Husten und sieht häufig etwas verquollen aus.

Die Symptome sind beim grippalen Infekt in der Regel schwächer ausgeprägt: geringer Hustenreiz, Kratzen im Hals, leichte Kopf- und Gliederschmerzen. Auch ist die Körpertemperatur bei einer Erkältung meist nur leicht erhöht, während eine Grippe oft von hohem Fieber begleitet wird.

Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland pro Saison - von Dezember bis April - Tausende Menschen an Influenza. Viele sterben daran. Im Winter 2011 fiel die Grippewelle in Deutschland sehr schwach aus - das lässt hoffen, dass sie auch diesmal keine hohen Wellen schlägt.

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