Atommüllendlager

"Was wird denn nun mit Gorleben?"

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Hannover - Der Betriebsrat im Salzstock Gorleben fordert Klarheit. Wie soll es weitergehen mit der Erkundung? Eine Gerichtsklage, die nahezu alle Arbeiten gestoppt hat, könnte mindestens 40 Beschäftigten ihren Job kosten.

„Wir wissen nicht, wie es weitergehen soll - das ist eine unerträgliche Situation“, sagt Peter Ward. Er ist Betriebsratsvorsitzender der 200 Beschäftigten im Salzstock Gorleben, in dem nahezu alle Arbeiten gestoppt sind. Grund für die komplette Einstellung der Erkundungsarbeiten sind die Gerichtsklagen, die gegen die geplante Verlängerung des Hauptbetriebsplanes eingegangen sind. Eigentlich sollte noch bis zum Jahresende weiter erkundet werden, ob der Salzstock geeignet wäre für ein atomares Endlager. „Nun hängen wir völlig in der Luft“, sagt Ward, der seit 1992 in Gorleben arbeitet. Die Politik sage nicht, ob und wie es weitergehe, das Bundesumweltministerium sage nichts - das sei für die meisten Beschäftigten schwer erträglich. „Viele hier haben Zeitverträge und bangen um ihre Existenz. Hier im Landkreis ist wohl kaum andere Arbeit zu finden“, meint Betriebsrat Ward.

Ratlos über die Zukunft des Erkundungsbergwerks Gorleben ist auch die Gesellschaft DBE, in deren Verantwortung Gorleben liegt. „Wenn jetzt keine Entscheidung getroffen wird, müssen wir bis zum Jahresende 40 Leute entlassen“, sagt DBE-Sprecherin Wilma Hirtz. „Wir versuchen, das natürlich aufzufangen.“ Man werde den Menschen möglichst Stellen in anderen DBE-Standorten machen, etwa im Schacht Konrad, der als Lager für schwach- und mittelradiokativen Atommüll vorbereitet wird. Als die Kage kam, habe man alles stoppen müssen. Jetzt würden nur Arbeiten ausgeführt, die zur Sicherung der Anlage dienten.

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