Erdgasfeld Söhlingen Ost-Z1

Wasser ist mit Quecksilber belastet

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Foto: Laut einer Untersuchung, deren Ergebnisse der Energiekonzern Exxon Mobil veröffentlichte, gibt es erhöhte Quecksilberwerte im Heidekreis.

Hannover - Nicht nur der Boden in der Nähe des Erdgasfeldes Söhlingen Ost-Z1 im Heidekreis ist mit Quecksilber belastet. Kontaminationen finden sich auch in einem in der Nähe gelegenen Wassergraben.

Laut einer Untersuchung, deren Ergebnisse Exxon Mobil am Freitagabend im Internet veröffentlichte, „liegen die Werte deutlich über in unbelasteten Gewässern zu erwartenden Werten“. Auch im Vergleich mit Zielwerten der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser seien Überschreitungen festzustellen, hieß es außerdem. Weitere Informationen waren am Freitagabend von Exxon nicht mehr zu nicht mehr zu erhalten.

Am Donnerstagabend hatte der Energiekonzern bekannt gegeben, dass in der Nähe seines Erdgasfeldes Söhlingen Ost-Z1 im Heidekreis erhöhte Quecksilberwerte in Sedimenten festgestellt wurden. Die Proben hatte das Unternehmen in Auftrag gegeben, nachdem der Naturschutzbund Nabu giftiges Schwermetall in der Nähe des Erdgasförderstelle festgestellt hatte. Offenbar bestätigt das Ergebnis der Untersuchungen von Ende Mai die Werte des Nabu. Der Nabu hatte an zwei Stellen gemessen. Mit 4,2 und 6,7 Milligramm Quecksilber je Kilogramm Boden lagen die Werte laut Nabu etwa um die Faktoren 40 und 70 über dem Gehalt unbelasteten Bodens.

Die Grünen im Landtag forderten am Freitag weitere Messungen. „Wir machen uns große Sorgen. Hohe Konzentrationen von Quecksilber sind gesundheitsschädlich und umweltgefährdend. Wir brauchen schnellstmögliche Aufklärung über Ausmaß und Verbreitung der Belastungen in der Region“, sagte der umweltpolitische Sprecher der Grünen, Holger Bajus.

Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) nahm am Freitag an der Förderstelle zusätzlich eigene Wasser- und Bodenproben. Ergebnisse lagen am Freitag noch nicht vor. Die Untersuchungen müssten zunächst ausgewertet werden, sagte ein Sprecher. Außerdem hat Exxon die Resultate der eigenen Untersuchungen dem LBEG übergeben. Auch dazu konnte der Sprecher noch keine Auskunft geben. Das Gutachten müsse zunächst bewertet werden. Das solle in der kommenden Woche geschehen.

Das reicht den Grünen nicht. „Wir erwarten einen Vorschlag des Landesbergamtes, wie auch an anderen Bohrplätzen in Niedersachsen mögliche Boden- und Gewässerbelastungen überprüft und gegebenenfalls notwendige Sanierungsmaßnahmen veranlasst werden“, sagte Bajus. Die Ursachen für die Quecksilberbelastung müssten dringend geklärt werden.

Das Quecksilber stammt aus der unterirdischen Lagerstätte und wird bei der Förderung zusammen mit dem Erdgas, Wasser und anderen Stoffen aus der Bohrung an die Oberfläche befördert. Wie es in die Umwelt gelangen konnte, wird derzeit von LBEG und Exxon Mobil untersucht. Offenbar werden frühere Kontaminationen oder aktuell laufende Reinigungsarbeiten als Ursache für die Grenzwertüberschreitungen gesehen.

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