Erkundungsarbeiten

Weicher Teer blockiert Asse-Bohrung

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Peter Altmaier (CDU, l) mit dem Präsidenten des Bundesamts für Strahlenschutz, Wolfram König.

Remlingen - Eine Woche nach Beginn mussten die Erkundungs-Bohrarbeiten im maroden Atommülllager Asse nun gestoppt werden. Weicher Teer verschmiert den Bohrer.

Die erst vor kurzem begonnenen Probebohrungen im Atomlager Asse bei Wolfenbüttel ruhen schon wieder. „Wann wir die Arbeiten wieder aufnehmen, lässt sich noch nicht sagen“, erklärte Asse-Sprecher Werner Nording am Montag. Die Fachleute des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) arbeiteten aber emsig an einer „technischen Lösung“ für das aufgetretene Problem. In der verschlossenen Asse-Kammer in 750 Meter Tiefe sind die Bohrer auf unerwartet weiches Material gestoßen - auf Teerasphalt, das sogenannte Bitumen. Und dieses Bitumen verschmiert nach BfS-Angaben den Bohrer. Zudem lässt er Löcher entstehen, die nach Abzug des Bohrers wieder volllaufen.

Bei den Probebohrungen im ehemaligen Salzbergwerk sind die Experten etwa bis zu sieben Meter in die Kammer7 vorgestoßen, die auf einer Länge von 59 Metern rund 33 Meter breit und 10 Meter hoch ist. Sie hatten schon damit gerechnet, auf Bitumen zu stoßen, jedoch auf härtere Bitumenplatten. „Bei einem Vorlauf, bei der sogenannten Kaltbohrung, gab es da keine Probleme“, berichtet Nording. Wie es heißt, sei neben die 1,25 Meter dicken Bitumen-platten noch flüssiger Asphalt eingegossen worden - jene klebrige Masse, die jetzt Probleme macht.

Nording sagt, man habe sich bei der Vorbereitung der Probebohrungen auf alte Betriebsdokumente gestützt. Der Vorfall zeige, dass diese Dokumente schnell von der Realität überholt würden. Deshalb sei die vom BfS begonnene Faktenerhebung so wichtig.

In der Asse liegen 126.000 Fässer schwach- und mittelradioaktiv strahlenden Atommülls - in einer Mischung aus Salzgrus, Beton und Bitumen. Die Kammer 7 ist 1982 verschlossen worden.

Der damalige Betreiber, das Helmholtz-Zentrum, wollte sie für immer verschlossen halten. Doch da der Salzstock abzusaufen droht, sinniert die Politik über Sanierungsmaßnahmen. Bundesumweltminister Peter Altmaier will den Asse-Müll wieder herausholen.

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