Zwei Extreme in einem Jahr

Weniger Spargel trotz längerer Saison

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Foto: Trotz frühem Saisonstart haben Niedersachsens Spargelbauern nicht mehr geernet als in einem Durchschnittsjahr.

Hannover - Spargel satt so früh wie nie: Kein Wunder, schließlich zählt der diesjährige Frühling zu den drei wärmsten seit gut 130 Jahren. Bei Niedersachsens Spargelbauern sorgte das für einen Rekordstart. Aber eine Rekordernte gab es nicht.

Niedersachsens Spargelbauern haben innerhalb nur eines Jahres zwei absolute Extreme erlebt. In dieser Saison mit ihrem ungewöhnlich milden Winter boten die Landwirte bereits im März die ersten Stangen an. Das habe es noch nie gegeben, teilte die Landwirtschaftskammer Niedersachsen auf Anfrage mit.

„Im letzten Jahr lag zu dieser Zeit noch Schnee auf den Spargelfeldern und sorgte für einen sehr späten Saisonstart.“ Damit habe Niedersachsen als Spargelland Nummer eins, das bundesweit für etwa jede fünfte Spargelstange sorgt, „zwei absolute Extreme in zwei aufeinanderfolgenden Jahren“ erlebt. Auch der Deutsche Wetterdienst bestätigt: Seit Dezember sei es statistisch gesehen zu warm. Der gesamte Frühling zähle zu den wärmsten drei seit dem Messbeginn 1881.

Am 24. Juni, dem Johannistag, endet die Spargelsaison traditionell. Das ist aber kein eisernes Gesetz. Viel eher entscheidet über das Ende der Saison der Zustand der Spargelpflanzen, die nicht beliebig lange gestochen werden können. Oder ganz einfach der Kassenstand der Landwirte. Spargelexperte Dieter Weber von der Landwirtschaftskammer schätzt, dass vielerorts bis Johanni durchgestochen werde. „Es gab keine extreme Hitze, so dass sich die Pflanze nicht verausgabt hat.“ Der frühe Start sei ohnehin mit frühen Sorten erfolgt, so dass das für das Saisonende unerheblich sei.

Nach Berechnungen der Kammer lag die Erntemenge insgesamt etwas unter dem Durchschnitt der Jahre. Einerseits gab es diesmal zwar den Rekord beim Start, andererseits steigerten sich die Erntemengen anschließend aber wegen der Witterung deutlich langsamer als in den Vorjahren. So hätten viele Betriebe die volle Erntemenge nicht erreicht.

Nach Auskunft der Bonner Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (Ami) zahlten die Verbraucher im Mai für ein Kilogramm weißen Spargel erster Klasse im bundesweiten Schnitt 5,67 Euro. Grundlage sind die Preise in Supermärkten, Hofläden und Spargelverkaufsständen. Die 5,67 Euro liegen ein gutes Zehntel unter dem Schnitt vom Mai 2013.

dpa

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