„Einwanderer“ aus Gießen

Im Westerwald getöteter Wolf kam aus Hessen

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Foto: Der im Westerwald getötete Wolf kam wahrscheinlich aus Hessen.

Wetzlar - Der im April im Westerwald erschossene Wolf kam vermutlich aus Hessen. Mit höchster Wahrscheinlichkeit handele es sich um jenes Exemplar, das Anfang 2011 bei Gießen gesichtet worden sei, teilte der hessische Naturschutzbund (Nabu) am Donnerstag in Wetzlar mit.

Das im Westerwald getötete Tier war wahrscheinlich der erste Wolf, der seit 123 Jahren im Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz gesichtet wurde. Spaziergänger entdeckten seinen Kadaver im April nahe Hartenfels im Westerwaldkreis. Ein 71 Jahre alter Jäger hatte zugegeben, das Tier durch einen Gewehrschuss getötet zu haben. Angeblich hielt er den Wolf für einen Hund, der Rehe gehetzt habe.

Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz hatte nach Nabu-Angaben herausgefunden, dass das getötete Tier an seinem rechten Hinterfuß eine Verletzung aufwies. Das passe zum Wolf aus Mittelhessen, denn der hatte nach dem Zusammenprall mit einem Auto gehumpelt. Zudem hätten Gen-Analysen in beiden Fällen gezeigt, dass das fragliche Tier aus dem südeuropäischen Alpenraum stamme.

„Es war eine richtige Entscheidung der Behörden, den hinkenden Wolf im letzten Jahr nicht einzufangen. Selbst verletzte Tiere können in unserer Kulturlandschaft problemlos überleben“, sagte Nabu-Experte Mark Harthun. Es sei aber schon erstaunlich, dass der „Gießener“ Wolf ein Jahr lang fast unentdeckt habe leben können.

dpa

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