Flugzeugabsturz in Mali

Wetter ist wahrscheinlichste Absturzursache

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Ein Flugzeug der Airline Air Algérie ist im Norden Malis abgestürzt.

Algier - Französische Soldaten entdecken das Wrack des Air-Algérie-Flugzeugs in einem unwegsamen Wüstengebiet im Norden Malis. Alle 116 Passagiere sollen bei dem Unglück ums Leben gekommen sein. Schuld am Absturz ist offenbar das Wetter.

Beim Absturz eines Passagierflugzeugs im Norden Malis sind möglicherweise alle 116 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Das in dem westafrikanischen Krisenland stationierte französische Militär habe das Wrack der Maschine in einem schwer zugänglichen Wüstengebiet entdeckt, teilten die Betreiber des Flughafens von Ouagadougou in der Nacht auf Freitag mit. Es liege zwischen den Orten Gao und Kidal. Für Rettungskräfte sei es schwierig, dorthin zu gelangen.

Die französische Regierung als Unglücksursache nicht von einem Abschuss durch eine Rakete oder einen Bombenanschlag aus. „Wir denken, dass dieses Flugzeug aus Gründen abgestürzt ist, die etwas mit den Wetterbedingungen zu tun hatten“, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve am Freitagmorgen. Man nehme nicht an, dass die Maschine bereits in der Luft zerstört wurde. Bis zum Abschluss der Ermittlungen könne allerdings keine Unglücksursache ausgeschlossen werden, betonte Cazeneuve.

Das Flugzeug war im Auftrag von Air Algérie von Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso, nach Algerien unterwegs. An Bord waren laut ausführender Fluggesellschaft Swiftair auch vier Deutsche. Bis zum späten Abend konnte das Auswärtige Amt in Berlin dies nicht bestätigen.

Nach stundenlanger Ungewissheit hatten zuvor der malische Präsident Ibrahim Boubacar Keita und ein Vertreter der UN-Mission in Mali den Absturz bestätigt. Nach Keitas Angaben wurde das Wrack zwischen Kidal and Tessalit entdeckt. Es ist weltweit der dritte Flugzeugabsturz binnen einer Woche.

Nach Angaben der Airline war 50 Minuten nach dem Start in Ouagadougou der Kontakt zu Flug AH5017 abgebrochen. Das Flugzeug des Typs MD83 gehört der spanischen Swiftair und wurde von Air Algérie geleast.

Laut Swiftair waren unter den Insassen 51 Franzosen, 24 Bürger Burkina Fasos, 8 Libanesen, 6 Algerier, 5 Kanadier, 4 Deutsche, 2 Luxemburger sowie jeweils ein Fluggast aus Mali, Belgien, dem Niger, Kamerun, Ägypten, der Ukraine, Rumänien und der Schweiz. Einige Identitäten waren zunächst noch unklar. Insgesamt waren den Angaben nach 110 Passagiere an Bord. Die 6 Besatzungsmitglieder stammten aus Spanien.

Das Auswärtige Amt in Berlin verwies darauf, dass die zuständige Botschaft in Burkina Faso eingeschaltet sei. Man bemühe sich mit Hochdruck um Aufklärung, ob Deutsche betroffen seien. Frankreichs Präsident François Hollande verschob wegen der Ereignisse eine lange geplante Reise in französische Überseegebiete im Indischen Ozean. Seinen Informationen nach änderte die Besatzung wegen „besonders schwieriger Wetterverhältnisse“ die Route.

Die Regierung in Paris hatte zur Suche des Wracks zwei im Tschad stationierte Militärjets vom Typ Mirage 2000 geschickt. Frankreich unterhält in dem zentralafrikanischen Tschad eine Militärbasis, ist aber auch in Mali seit eineinhalb Jahren federführend an einem Anti-Terror-Einsatz gegen aufständische Islamisten beteiligt.

Diese hatten gemeinsamen mit Tuareg-Rebellen den nördlichen Teil Malis besetzt und das eroberte Gebiet für unabhängig erklärt. Französische und afrikanische Truppen konnten die Rebellen aus der Region zwar weitgehend vertreiben. Dennoch kam es immer wieder zu schweren Gefechten mit vielen Opfern. Erst vor wenigen Tagen haben Friedensgespräche zwischen der Regierung und den Rebellen begonnen.

Am Donnerstag vergangener Woche war eine Boeing 777-200 der Malaysia Airlines im Osten der Ukraine abgestürzt - bei dem mutmaßlichen Abschuss kamen 298 Menschen ums Leben. Am Mittwoch starben in Taiwan mindestens 48 Menschen bei der Bruchlandung eines Regionalflugzeugs vom Typ ATR 72 der Airline Transasia.

dpa

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