Hochwasser in Niedersachsen

Wetterdienst warnt vor weiteren schweren Regenfällen

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Foto: Feuerwehrkräfte auf einer überfluteten Straße in Söhlde im Landkreis Hildesheim.

Hannover - Die Hochwasserlage in Niedersachsen hat sich vorerst entspannt. Dennoch bleiben die Wasserstände auf hohem Niveau. Hunderte Einsatzkräfte bereiten sich auf neue Regenfälle vor – in den kommenden Stunden könnten es bis zu 50 Liter werden.

In den Hochwassergebieten Niedersachsens haben sich die Einsatzkräfte am Donnerstag auf weitere Regenfälle vorbereitet. Nach vorläufiger Entspannung gab der Deutsche Wetterdienst für die Nacht zum Freitag für die südöstlichen Landesteile eine erneute Unwetterwarnung heraus. Vor allem in den Harzkreisen sowie im Raum Göttingen rechneten die Experten örtlich mit bis zu 50 Litern Niederschlag innerhalb von 12 Stunden. „Das Tief tobt sich im Osten aus und zieht dann in Richtung Süden weiter, nach Sachsen, Baden-Württemberg und Bayern“, sagte Diplom-

Obwohl die Spitzenwerte des vergangenen Wochenendes von bis zu 90 Litern Regen pro Quadratmeter nicht erreicht würden, sei jeder Tropfen Wasser auf die gesättigten Böden derzeit einer zu viel. „Alles, was runterkommt, fließt in Bäche und Zuläufe - und landet so früher oder später in der Leine, der Oker oder der Innerste, die das Wasser auch dorthin transportieren, wo es nicht mehr regnet“, erklärt Achim Stolz vom Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Weil die Felder völlig durchnässt seien, bahne sich das Wasser seinen Weg in die umliegenden Flüsse. Er rechne daher damit, dass die am Donnerstag örtlich sogar fallenden Pegelstände in Niedersachsen wieder steigen werden. In Hannover hat das Hochwasser bereits ein Todesopfer gefordert. Ein Frau, die in die Fluten der Leine gestürzt war, starb wenige Stunden später.

Nach regulierten Ablässen hat sich auch die Aufnahmekapazität der Talsperren zwischenzeitlich wieder normalisiert. Das Hochwasserrückhaltebecken Salzderhelden war am Donnerstagmittag zu 64, die Okertalsperre zu 77 Prozent gefüllt. Einzig die Innerstetalsperre konnte mit einer Auslastung von 95 Prozent weiterhin kaum Regenwasser aufnehmen.Die Stadt Wolfenbüttel berief am Donnerstagvormittag einen Krisenstab ein und beriet mit dem Landkreis als oberste Katastrophenschutzbehörde, mit der Freiwilligen Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk über das weitere Vorgehen für den Fall, dass die Oker wie erwartet über die Ufer tritt. Ein nach dem Hochwasser von 2007 für 80000 Euro angeschaffter mobiler Deich der Freiwilligen Feuerwehr schützt seit Donnerstagmorgen auf einer Länge von 110 Metern die historische Innenstadt vor den drohenden Fluten. Der Wall ist mit Wasser aus der Oker befüllt worden, welches wieder abgelassen werden soll, wenn sich die Lage entspannt hat.

In Sarstedt (Landkreis Hildesheim) gab sich die Feuerwehr am Donnerstag noch relativ entspannt. Für die Nacht sei man allerdings vorbereitet, sagte ein Sprecher der örtlichen Feuerwehr. „Momentan werde ein Großteil der Einsatzkräfte für eventuell neue Regenfälle geschont.

Auf einen „richtigen Sommer“ darf sich Niedersachsen vorerst nicht freuen: In der kommenden Woche rechnet der Deutsche Wetterdienst zwar mit Temperaturen um 20 Grad, vor allem in der Region Hannover sowie im Harz wird es aber wechselhaft bleiben. „Der Regen wird sich aber auf ein normales Maß von 2 bis 3 Litern einpendeln“, sagte Püschel. Wie lange es dauern wird, bis die Pegel wieder auf ein Normalmaß zurückfallen, dazu wollte der Hochwassermeldedienst am Donnerstag keine Prognose abgeben.

Die Pegelstände der Flüsse in Niedersachsen können auf der Internetseite des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz online abgerufen werden.

von Wiebke Westphal

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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