Landkreis Diepholz

Wieder tote Schafe – war es ein Wolf?

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Erst wenige Tage zuvor waren im rund 15 Kilometer entfernten Drebber ebenfalls acht tote Schafe gefunden worden. Auch dort gibt es den Verdacht, dass einer oder mehrere Wölfe die Tiere gerissen haben könnten.

Diepholz - Drei mutmaßliche Angriffe auf Tiere innerhalb eines Monats: Schäfer befürchten, dass ein Wolf seinUnwesen im Landkreis Diepholz treibt. In Rüssenin der Gemeinde Twistringen waren bereits am Freitag neun tote und fünf verletzte Schafe gefunden worden.

Nach Angaben des zuständigen Wolfsberaters Lars Pump deuten die Art der Wunden und die Bissspuren auf einen oder mehrere Wölfe hin. „Ich habe erst einmal DNA-Proben genommen und die zu einem Forschungsinstitut geschickt“, sagte der Experte am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. „Es kann aber noch Wochen dauern, bis wir ein Ergebnis haben.“

Erst wenige Tage zuvor waren im rund 15 Kilometer entfernten Drebber ebenfalls acht tote Schafe gefunden worden. Auch dort gibt es den Verdacht, dass einer oder mehrere Wölfe die Tiere gerissen haben könnten. Das Ergebnis der DNA-Probe steht noch aus. „Ob es sich um die gleichen Tiere handelt, ist ebenfalls noch nicht klar“, sagte Wolfsberater Pump. „Wölfe können aber locker rund 30 bis 40 Kilometer in einer Nacht laufen.“

Bereits Anfang November wurden drei tote Schafe im nahen Barnstorf gefunden. Auch in diesem Fall gehen die Wolfsexperten davon aus, dass ein Wolf die Tiere angegriffen hat. Laut Wolfsberater Marcel Holy gibt es zahlreiche Hinweise, dass im Landkreis einer oder mehrere Wölfe leben. Fotografiert werden konnte aber bislang nur ein Wolf.

Aus der Sicht der Landesjägerschaft verbreiten sich Wölfe derzeit unerwartet schnell im Norden. Schätzungen zufolge lebten derzeit etwa fünf Rudel in Niedersachsen. In diesem Jahr wurden mindestens 20 Welpen geboren. Das sorgt gerade bei den Landwirten und Schafhirten für Kritik. Man müsse sich deshalb fragen, ob dem Vormarsch der Wölfe in Zukunft Grenzen gesetzt werden müssten, sagte Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, erst kürzlich. „Wir sind jedoch überzeugt, dass es langfristig möglich ist, Wölfe hier in Niedersachsen zu haben.“

dpa

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