Haarproben gefunden

Wildkatzen im Bayerischen Wald nachgewiesen

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Dass sich Europäische Wildkatzen im Bayrischen Nationalpark aufhalten, gilt unter Experten als bemerkenswert.

Grafenau - Der Luchs ist schon seit längerem wieder in deutschen Gefilden unterwegs. Jetzt wurden mithilfe von Haarproben im Bayrischen Wald mindestens drei Europäische Wildkatzen nachgewiesen – und das obwohl das Gebiet wegen seines Schneereichtums eigentlich als ungeeigneter Lebensraum für die Tiere galt.

Seit 170 Jahren gab es keinen gesicherten Hinweis auf die Europäische Wildkatze im Bayerischen Wald. Nun haben Wissenschaftler mit Hilfe von Haarproben einen genetischen Nachweis von mindestens drei Tieren erhalten. Das Monitoring werde auf den gesamten Nationalpark ausgeweitet, um die Zahl der Tiere genauer zu bestimmen, teilte Nationalparkleiter Franz Liebl am Donnerstag in Grafenau mit. „Wir freuen uns natürlich sehr, dass wir mit der Wildkatze nach dem Luchs einen weiteren Rückkehrer begrüßen können, der im Nationalpark den geeigneten Rückzugsraum gefunden hat.“

Dass sich überhaupt Europäische Wildkatzen (Felis silvestris silvestris) im Nationalpark aufhalten, gilt unter Experten als bemerkenswert: Viele halten den Bayerischen Wald wegen seines Schneereichtums für ungeeignet als Lebensraum für die Tiere. „Möglicherweise haben die milden Winter der vergangenen Jahre mit dazu beigetragen, dass Wildkatzen bei uns wieder eine Chance haben“, sagte der Wildtierbiologe des Nationalparks, Marco Heurich.

dpa

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