Tierplage

Wildschweine gehen auf Menschen los

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Das blieb vom Schweinebesuch: Anwohner und ihr eingedrückter Gartenzaun.

Wolfsburg - In Wolfsburg werden Wildschweine immer mehr zur Plage. Ein Mann musste sich jetzt vor einer wütenden Bache in sein Auto retten.

In Wolfsburg sind die Wildschweine los. Ein Mann aus dem Ortsteil Laagberg ist vor seinem Haus von einer wütenden Bache angegriffen worden und konnte sich nur noch durch einen Sprung ins Auto retten. Nach Polizeiangaben wollte das Tier vermutlich seinen Nachwuchs schützen. Die Sau hatte zusammen mit Frischlingen nach Eicheln gesucht, als der Mann nachts nach Hause kam. Die Sau fühlte sich wohl bedroht und startete zum Gegenangriff. Als die Polizei eintraf, war die ganze Rotte schon wieder im nahgelegenen Stadtwald verschwunden.

Seit Wochen verwüsten die Schwarzkittel Wiesen und Gärten. Ortsbürgermeister Adam Ciemniak (SPD) sagt: „Die Tiere reißen Zäune ein, pflügen Gärten um, durchwühlen Grünflächen.“ Mehrere hundert Wildschweine sollen derzeit vor allem nachts die Stadt durchstreifen. Einige Tiere wurden auch schon tagsüber gesichtet. Im Herbst sei es typisch, dass die Tiere auf Nahrungssuche auch bewohnte Gebiete aufsuchen, sagt Stadtförster Dirk Schäfer. In den vergangenen Jahren habe der Schwarzwildbestand in Wolfsburg um 300 Prozent zugenommen.

Thorsten und Dagmar Huhnholz haben ihr Grundstück gerade rechtzeitig vor der ersten Wildschweinbelagerung mit einem festen Zaun versehen. „Bei unseren Nachbarn stand die Rotte aber schon mehrmals im Garten - und das sogar, während die kleine Tochter im Garten zeltete. Sie konnte gerade noch rechtzeitig vor den Wildschweinen in Sicherheit gebracht werden“, sagt Dagmar Huhnholz. Ihre Nachbarn hatten seit vergangener Woche sogar sechsmal Schweinebesuch. Die Tiere fraßen Pilze, Obst und Gemüse. Eine Frau kletterte aus Angst vor angriffslustigen Schweinen auf einen Baum, alarmierte per Handy ihre Freundin, die mit dem Auto kam und die Tiere verscheuchte.

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