Neubau

Uni will bei Libeskind-Bau Millionen sparen

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Lüneburg - Die Universität Lüneburg will beim Bau des umstrittenen Libeskind-Baus 3,7 Millionen Euro einsparen. Damit sind die Probleme aber noch nicht vom Tisch.

In den vergangenen Monaten folgte eine schlechte Nachricht auf die andere: Für den Neubau der Uni in Lüneburg wurden immer neue Kostensteigerungen berechnet. Nun hat die Uni erste Sparvorschläge vorgelegt.

Lichtblick für Libeskind in Lüneburg: Der umstrittene Bau des Stararchitekten an der Leuphana Universität könnte rund fünf Prozent günstiger werden als angenommen. Durch Einsparvorschläge der Hochschule könnten die Kosten für den Neubau um 3,7 Millionen Euro auf rund 72,3 Millionen Euro reduziert werden. Die Abstriche sind bei der Haustechnik und der Gestaltung von Außenanlagen geplant.

Nach den am Mittwoch vom Haushaltsausschuss des niedersächsischen Landtags einstimmig beschlossenen Plänen gibt das Land nun die 2012 zugesagten Fördergelder von 21 Millionen Euro frei. "Dies ist ein beachtliches Ergebnis, es löst aber nicht die grundsätzlichen Probleme", sagte Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne). Aufgrund der erheblichen Kostenrisiken seien weitere Nachtragsplanungen wahrscheinlich. Zudem bestünden Risiken bei der Finanzierung und bei dem sehr ambitionierten Zeitplan für den Bau. Das Gebäude muss mit Blick auf die EU-Vorgaben bis Anfang 2017 fertig sein.

Der Grund für die Skepsis ist einfach zu erklären: Auch mit dem nun vorgelegten Sparplan liegt das von Land, Bund, EU, Landkreis und Hochschule zu schulternde Investitionsvolumen noch immer deutlich über den anfangs veranschlagten knapp 58 Millionen Euro. Das Wissenschaftsministerium in Hannover hatte die Uni aufgefordert, alle Einsparpotenziale auszuschöpfen. Die nun geplanten Einsparungen sollen nach Angaben der Uni unter anderem durch den Verzicht auf Kühldecken (500.000 Euro), eine abgespeckte Gebäudeautomation (500.000 Euro), Reduktionen bei Medientechnik (300.000 Euro) und Beleuchtung (300.000 Euro) sowie durch eine Optimierung der Lüftungsanlagen (100.000 Euro) erreicht werden. Anders als die Hochschule befürchtete die Oberfinanzdirektion zuletzt noch deutliche höhere Kosten wegen unkalkulierbaren Risiken während des Baus von bis zu 91 Millionen Euro, die Uni selbst beziffert sie mit 8,4 Millionen Euro.

"Um diese Risiken so gering wie möglich zu halten, haben wir der Universität Lüneburg Auflagen gemacht", sagte die Ministerin. Daher müsse die Uni unter anderem unverzüglich eine externe Projektsteuerung ausschreiben und aufbauen. Zudem werden die Arbeit des Stiftungsrates durch einen Controlling-Beirat begleitet. Der FDP im Landtag geht das nicht weit genug. Trotz ihrer Zustimmung zu dem Sparplan forderte sie Heinen-Kljajic auf, der Hochschule die Bauherreneigenschaft zu entziehen.

lni

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