Angeblich hat er ein Angebot von Putin

Wird Berlusconi Minister in Russland?

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Foto: Silvio Berlusconi bei einem Termin im Juni 2015 in der Schweiz.

Rom - Silvio Berlusconi will offenbar wieder Regierungsverantwortung übernehmen, allerdings nicht in Italien. Russlands Präsident Wladimir Putin soll seinem Freund einen Ministerposten angeboten haben. In Italien wird schon über "Silviusko" gespottet.

Sitzt Silvio Berlusconi bald im russischen Kabinett? Einem Bericht der italienischen Zeitung "La Stampa" vom Donnerstag zufolge hat Italiens Ex-Regierungschef bei einem Abendessen damit geprahlt, dass der russische Präsident Wladimir Putin ihm einen Ministerposten in Moskau übertragen würde.

"In Italien wurde ich an den Rand gedrängt", sagte der 78-Jährige nach Angaben eines der Anwesenden, berichtete die Zeitung. Putin hingegen habe ihm gesagt, er wäre bereit, ihm die russische Staatsbürgerschaft und die Leitung des Wirtschaftsministeriums anzubieten. Berlusconi hatte einmal der"Welt am Sonntag" über den russischen Präsidenten gesagt: "Putin und mich verbindet eine wirkliche, persönliche Freundschaft."

Spott für Berlusconi

Der Kommentator von "La Stampa" spottete am Donnerstag über die angeblichen Äußerungen des 78-Jährigen: "Silviusko" werde für das Scheitern seines ersten Fünfjahresplans wenigstens nicht "die ausufernde Macht von Richtern und Journalisten" verantwortlich machen können, schrieb Massimo Gramellini. Von dieser "Plage" habe sich Russland schon lange befreit. In Anspielung auf Berlusconis Vorliebe für junge Frauen fügte er hinzu: Wichtige Treffen mit Putin würden sicher nach Mitternacht in dessen Datsche abgehalten – "mit einer Gruppe junger Ökonominnen".

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow machte allerdings deutlich, dass eine etwaige Äußerung Putins in diese Richtung allerhöchstens als "sinnbildliche Unterstützung" für einen alten Freund zu verstehen sei. Ein formelles Angebot an Berlusconi, ein offizielles Amt zu übernehmen, gebe es aber nicht, "das wäre natürlich unmöglich", sagte Peskow der Nachrichtenagentur Interfax.

Berlusconi wäre nicht der erste prominente West-Europäer, der nach Russland übersiedelt: Der französische Schauspielstar Gérard Depardieu nahm aus Ärger über die Steuerpolitik in seiner Heimat 2013 die russische Staatsbürgerschaft an. Sein offizieller russischer Wohnsitz ist in der Stadt Saransk.

afp

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